Den Bund freut's

ST.GALLEN. Der Bund will die Energiewende unter anderem mit Hilfe der Geothermie schaffen: Fünf bis zehn Prozent des Strombedarfs sollen künftig damit gedeckt werden. Die Fortführung des St.Galler Geothermie-Projekts wird in Bern begrüsst und mit einer Risiko-Garantie unterstützt.

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Der St.Galler Stadtrat Fredy Brunner informierte Bundesrätin Doris Leuthard am Montag über die Entscheidungsgrundlagen. «Wir unterstützen den St.Galler Entscheid, das Projekt in modifizierter Form weiterzuführen», sagte Marianne Zünd, Sprecherin des Bundesamtes für Energie (BFE), am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Es wäre laut Zünd unvernünftig, vorschnell aufzugeben.

«Wir sind uns bewusst, dass Geothermie-Projekte teuer sind und gewisse Risiken bergen», sagte Zünd. Der Bund hat deswegen eine Risiko-Garantie für die St.Galler Geothermie-Bohrungen gesprochen.

Geothermie nicht gefährdet
Das BFE glaube an das grosse Potential der Geothermie. «Wir haben einfach noch zu wenig Erfahrungen in dieser Technologie», sagte Zünd. Nur mit solchen Projekten und der internationalen Vernetzung könne der Kenntnisstand erhöht werden. Jedes Projekt sei ein Pilotprojekt, und es lasse sich nicht von einem auf das andere schliessen. Das Aus in St.Gallen hätte nicht das Aus für die Geothermie in der Schweiz bedeutet. Neben dem Projekt in der Ostschweiz ist zurzeit eine weitere Grossanlage in Lavey-les-Bains in fortgeschrittenem Stadium.

Die Modellrechnung
Laut den Modellen des BFE wird im Jahr 2050 mit einem Strombedarf von rund 60 Terawattstunden pro Jahr gerechnet. Die Geothermie soll 4 Terawattstunden dazu beitragen, das sind rund 6 Prozent. (sda)