Demonstrieren gegen Flüchtlingshetze

Gestern abend organisierte die Juso gemeinsam mit der Aktion «Zunder» und den Jungen Grünen eine «Demonstration gegen die Flüchtlingshetze». Gekommen sind gegen 150 Demonstranten. Der Protestmarsch durch die Altstadt verlief friedlich.

Perrine Woodtli
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Mit Transparenten ausgerüstet marschierten gestern gegen 150 Demonstranten durch die Innenstadt. (Bild: Ralph Ribi)

Mit Transparenten ausgerüstet marschierten gestern gegen 150 Demonstranten durch die Innenstadt. (Bild: Ralph Ribi)

«Grenzen töten – Fluchtwege öffnen» prangte auf einem Transparent. Gegen 150 Menschen nahmen gestern an einer von der Juso organisierten «Demonstration gegen die Flüchtlingshetze» teil. Darunter befanden sich auch 20 bis 30 Flüchtlinge, die derzeit im Riethüsli untergebracht sind. In Zusammenarbeit mit der Aktion «Zunder» und den Jungen Grünen wollten die Organisatoren ein Zeichen der Solidarität setzen.

Gleichberechtigung für alle

Um 18 Uhr versammelten sich die vorwiegend jungen Demonstranten in der Neugasse. Von Minute zu Minute füllte sich die anfangs eher leere Gasse. Samuel Brülisauer, Co-Präsident der Juso des Kantons St. Gallen, zeigte sich optimistisch: «Ich bin sicher, es kommen noch mehr.» Und sie kamen. Anschliessend ging es im Schritttempo über die Multergasse, den Bärenplatz und die Gallusstrasse bis zum Paul-Grüninger-Platz. Mit Fahnen, und Sprechchören machten die jungen Frauen und Männer auf die Flüchtlingssituation aufmerksam. Sie forderten Gleichberechtigung für alle. So hallte es durch die Gassen: «Kein Mensch ist illegal – Refugees welcome.»

Flüchtlinge ergreifen das Wort

Auf dem Paul-Grüninger-Platz hielt unter anderem Nationalratskandidatin Anna Bleichenbacher eine Rede. Sie appellierte daran, sich den Flüchtlingen anzunähern und sich mit ihnen auszutauschen. Auch ein eritreischer Flüchtling sprach im gebrochenen Englisch zu den Anwesenden. Er sei sehr dankbar für die Unterstützung, sagte er und betonte, wie wichtig es sei, dass die Flüchtlinge nicht abgeschoben werden. Ein anderer Flüchtling sprach auf Schweizerdeutsch über die Situation in Eritrea und die gefährliche Flucht. Beide erhielten für ihren Auftritt tosenden Applaus.

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