Demenz als Hauptrisiko im Alter

ST. GALLEN. Im Kanton St. Gallen leben schätzungsweise 6600 Menschen mit Demenz. Von dieser Krankheit betroffen sind jedoch weit mehr: Angehörige, Angestellte in Pflegeberufen, freiwillig Engagierte – Tendenz steigend. Die Regierung des Kantons St.

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ST. GALLEN. Im Kanton St. Gallen leben schätzungsweise 6600 Menschen mit Demenz. Von dieser Krankheit betroffen sind jedoch weit mehr: Angehörige, Angestellte in Pflegeberufen, freiwillig Engagierte – Tendenz steigend. Die Regierung des Kantons St. Gallen hat auf diese Entwicklung reagiert und in ihrem Bericht, den sie dem Kantonsrat zur Genehmigung vorlegt, Ziele und Massnahmen formuliert.

Tabu brechen

Da die Menschen immer älter werden und das Alter das Hauptrisiko für Demenzerkrankungen bildet, soll darüber geredet und informiert werden, um so das bestehende Tabu zu brechen, heisst es in der gestrigen Mitteilung der Staatskanzlei des Kantons St. Gallen. Die Regierung schlägt in ihrem Bericht unter anderem vor, Netzwerke in den Regionen des Kantons zu bilden – unter anderem elektronische Plattformen –, in denen sich von der Krankheit Betroffene und ihr Umfeld austauschen können. Ein weiterer Teil der Massnahmen sind öffentliche Veranstaltungen.

Angebot ausbauen

Menschen, die im weitesten Sinn oder direkt von Demenz betroffen sind, können bereits jetzt auf ein breit ausgelegtes Angebot zurückgreifen. Es reicht von Information über Beratung bis zur Entlastung in der Betreuung. Weiter sollen Betroffene und Angehörige aus einer Palette von Angeboten dasjenige aussuchen können, das ihren Bedürfnissen am meisten entspricht. Zudem sollen Betreuungspersonen aus dem familiären Umfeld – 65 Prozent der Betroffenen werden von Angehörigen betreut – entlastet werden, indem genügend Plätze in Tages- und Nachtstrukturen geschaffen werden.

Der steigende Anteil der Betagten an der Bevölkerung führt gemäss Communiqué dazu, «dass früher oder später jede und jeder einmal mit Demenz in Berührung kommt». (YMi)