Dem Verein tief verbunden

Morgen trägt der Volleyballclub Andwil-Arnegg mit seinen beiden 1.-Liga-Teams Heimspiele aus. Er setzt dabei auf die langjährige Erfahrung von Michelle Reifler und Marcel Rusch.

Daniel Schmidt
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Als Libero organisiert Marcel Rusch die Defensive. Am Netz ist er selten anzutreffen. (Bild: Ralph Ribi (Andwil, 25. Oktober 2016))

Als Libero organisiert Marcel Rusch die Defensive. Am Netz ist er selten anzutreffen. (Bild: Ralph Ribi (Andwil, 25. Oktober 2016))

Eines haben Michelle Reifler und Marcel Rusch gemeinsam: Beide spielen für ihr Leben gern Volleyball. Ihre Wege, wie sie auf den Sport kamen, sind jedoch unterschiedlicher Natur. Die 25jährige Sozialarbeiterin Michelle Reifler hat durch ihre Familie mit dem Spielen angefangen: Ihre Mutter hat früher Volleyball gespielt, ihr Vater und ihr Bruder sind hobbymässig ebenfalls in diesem Sport aktiv. «So hat auch mich Volleyball fasziniert», sagt sie. Seit der sechsten Klasse spielt sie für den Club, seit 2009 für das Frauenteam, das derzeit in der 1. Liga unterwegs ist.

In der ersten Mannschaft agiert Reifler auf der Position der Mitte-Angreiferin. Obwohl sie seit ihrer Juniorinnenzeit dort aufgestellt ist, sind Positionswechsel nicht unüblich, betont sie: «Je nach Nachfrage im Team muss man sich anpassen.» Trotz dieser Anpassungen und Umstellungen ist es der in Herisau wohnhaften Reifler wichtig, zusammen eine homogene Einheit zu bilden: «Meine Mitspielerinnen sind nicht nur Teamkolleginnen, sondern auch Freundinnen.»

Mit ihrer Equipe wünscht sich Reifler in dieser Saison eine Plazierung im Mittelfeld der Tabelle. Priorität bleibt jedoch der Ligaerhalt in der dritthöchsten Spielklasse im Schweizer Frauenvolleyball. Die diesjährige Spielzeit hat vielversprechend begonnen: Nach dem 3:0-Sieg im Cupspiel gegen St. Gallen holte Andwil-Arnegg in der ersten Doppelrunde der Meisterschaft letzte Woche die ersten Punkte: Am Samstag verlor das Team hauchdünn gegen Rätia Volley im fünften Satz und erzielte somit einen Punkt, einen Tag darauf gewann man gegen Wetzikon im fünften Satz und heimste zwei Punkte ein.

Marcel Rusch – im Verein seit der Primarschule

Für den 27jährigen Bankkaufmann Marcel Rusch begann seine Volleyballkarriere in der vierten Klasse. «Damals gab es für mich und meine Kollegen drei Möglichkeiten: Entweder Turnverein, Fussball oder Volleyball.» Sie entschieden sich für letzteres. Von Anfang an faszinierte Rusch, wie eng der Zusammenhalt in einer Mannschaft ist. Diese Gruppe von damals in der Schule sei eigentlich bis heute bestehen geblieben, sagt der Gossauer.

Derzeit spielt das Männerteam von Andwil-Arnegg wie das Frauenteam in der 1. Liga. Rusch hat dabei die Position des Liberos inne. «Ich bin hauptsächlich durch meine fehlende Grösse auf diese Position gekommen.» Um am Netz zu spielen, ist Rusch zu klein. Aber die Position des Liberos passt zu ihm: «Man kann die Bälle verteidigen. Man muss flink sein. Das gefällt mir.»

Während Rusch seit Ewigkeiten eine konstante Grösse im Ensemble darstellt, hatte das Team vor der Saison einen Umbruch zu meistern: Da sich das andere Männerteam auflöste und sich mit Ruschs Equipe zusammenschloss, befindet sich die Mannschaft derzeit in einer Phase, in der man sich noch finden muss und die Automatismen noch nicht ganz ineinandergreifen. «Ansonsten ist der Zusammenhalt im Team so gut wie schon lange nicht mehr», fügt er hinzu.

Wenn dieser Zusammenhalt weiterhin so funktioniert und die Mannschaft das vorhandene Potenzial abruft, kann das Saisonziel von Marcel Rusch in die Tat umgesetzt werden: «Wir möchten uns im vorderen Drittel der Tabelle plazieren, nachdem wir letzte Saison aus der NLB abgestiegen sind.» Der Grundstein dafür wurde letztes Wochenende bereits gelegt: Nach der Niederlage zum Saisonauftakt in Wetzikon zeigte das Team eine Reaktion und gewann gegen Volley Näfels mit 3:2.

Als Mitteangreiferin agiert Michelle Reifler meist am Netz. Auch der Block gehört zu ihren Aufgaben. (Bild: Ralph Ribi (Andwil, 20. Oktober 2016))

Als Mitteangreiferin agiert Michelle Reifler meist am Netz. Auch der Block gehört zu ihren Aufgaben. (Bild: Ralph Ribi (Andwil, 20. Oktober 2016))