Dem Gehirn auf die Sprünge helfen

ENGELBURG. Monika Bischof hat ihr Gehirn schätzen gelernt. Nach einem Hirnschlag vor zehn Jahren musste sie mühsam jedes Wort wieder lernen. Jetzt hat sie eine eigene Praxis für Neurofeedback eröffnet.

Corinne Allenspach
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Monika Bischof schliesst Tochter Ladina an die Elektroden an. (Bild: Corinne Allenspach)

Monika Bischof schliesst Tochter Ladina an die Elektroden an. (Bild: Corinne Allenspach)

Wäre das Leben von Monika Bischof-Staub planmässig verlaufen, würde die gelernte Kranken- und Intensivschwester heute vermutlich bei der Spitex arbeiten. Dort wollte sie gerade ihre Teilzeitstelle antreten, als das Schicksal zuschlug. Am 26. August 2000 erlitt die Mutter der damals eineinhalbjährigen Ladina einen Hirnschlag. Mit 39 Jahren.

Film schauen, Hirn trainieren

Halbseitig gelähmt, musste sich die Engelburgerin Schritt für Schritt wieder zurück ins Leben kämpfen. «Ich wusste manchmal nicht, worüber die Leute redeten», sagt sie heute. Zwar habe sie die einzelnen Worte verstanden, das Ganze habe für sie aber keinen Sinn ergeben. Mit einem Schlag hatte sie auch ihre ganzen Englischkenntnisse verloren. Sie, die vorher auf «Proficiency-Level» war.

Dass sie heute wieder normal sprechen kann, auch schwierige Fachliteratur versteht, einem Gespräch folgen und sich über längere Zeit konzentrieren kann und sogar ein eigenes Buch geschrieben hat (Tagblatt 16. 12.2008), verdanke sie zu einem grossen Teil der Neurofeedback-Therapie, die sie besuchte. «Für mich war rasch klar, dass ich mich selber auch zur Therapeutin ausbilde, sobald dies möglich ist», sagt Monika Bischof.

Neurofeedback ist eine computergestützte Methode für die Hirnströme. Bei Menschen mit Depressionen, Migräne, Schlafstörungen, Konzentrations-, Aufmerksamkeits- oder Lernschwierigkeiten, sind die Hirnströme durcheinandergeraten. Das Gehirn muss sozusagen neu programmiert werden. Bei der Neurofeedback-Therapie geschieht dies mit einem individuellen Programm, bei dem Elektroden an den Kopf angeschlossen und ein Fim geschaut wird. Dieser ist Mittel zum Zweck. Laufen die Hirnströme falsch, stockt er.

Weil das Gehirn den Film weiterschauen möchte, hilft es sich selber und schafft neue Neuronenverbindungen.

Nichts für Ungeduldige

Mit Esoterik habe das gar nichts zu tun, sagt Monika Bischof. «Neurofeedback gilt als alternative Heilmethode.» Wobei eine Heilung auf die Schnelle nicht möglich sei. 20 bis 30 Sitzungen seien nötig, bei Erwachsenen werde in der Regel eine Stunde Neurofeedback pro Woche gemacht und bei Kindern ein halbe Stunde. Besonders gute Ergebnisse erziele man bei Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen (ADS).

Im Sommer 2009 hat Monika Bischof ihre Praxis «Brainplus» eröffnet, jetzt lädt sie erstmals zum Tag der offenen Tür. «Ich musste zuerst sicher sein, dass ich das Arbeitspensum schaffe», sagt sie. Denn auch zehn Jahre nach dem Hirnschlag denkt die Engelburgerin in kleinen Schritten.

Sa, 24./So, 25. April, Tag der offenen Tür Praxis «Brainplus», 11.00– 18.00 Linerhofstrasse 1, Engelburg

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