DEFIZIT IN ST.GALLEN: St.Gallen budgetiert Defizit von 29 Millionen Franken

ST.GALLEN. Für 2011 budgetiert der Kanton St.Gallen ein Defizit von knapp 29 Millionen Franken. Laut Finanzdepartement steigt der Aufwand um 203 Millionen auf 4,379 Milliarden Franken.

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Der Voranschlag gilt als ausgeglichen. (Symbolbild: Urs Jaudas)

Der Voranschlag gilt als ausgeglichen. (Symbolbild: Urs Jaudas)

Mit dem veranschlagten Defizit von 28,935 Millionen Franken gilt der Voranschlag als ausgeglichen. Um dieses Ergebnis zu erreichen, muss der Kanton 125 Millionen Franken aus dem freien Eigenkapital beziehen. Der Kantonsrat hat als Vorgabe ein Maximum von 150 Millionen Franken bewilligt.

Im Vergleich mit dem Budget für das laufende Jahr nimmt der Aufwand um 203 Millionen Franken zu auf 4,379 Milliarden Franken. Das Aufwandwachstum beträgt bereinigt 2,6 Prozent. Davon entfallen 0,5 Prozentpunkte auf den Teuerungsausgleich fürs Staatspersonal. Der Kantonsrat hat der Regierung ein maximales Aufwandwachstum von 2,0 Prozent vorgegeben.

Lohn wird angepasst
Im Kanton St.Gallen soll der Lohn der Angestellten im nächsten Jahr um 1,1 Prozent der Teuerung angepasst werden. Auf eine Reallohnerhöhung wird aufgrund der nach wie vor angespannten Finanzlage verzichtet, wie Finanzdirektor Martin Gehrer bei der Präsentation sagte.

Der Kanton rechnet bei Ausgaben ovn 289 Millionen und Einnahmen von 38 Millionen 2011 mit Nettoinvestitionen von 251 Millionen Franken. Für das nächste Jahr resultiert im Budget ein Finanzierungsfehlbetrag von 177 Millionen Franken. Der Eigenfinanzierungsgrad im beträgt 29,5 Prozent.

Hohe Investitionen
Im nächsten Jahr will der Kanton St.Gallen in Hochbauten, technische Einrichtungen, den Ausbau der S-Bahn und den Strassenbau investieren. Die Investitionen liegen 50 Millionen Franken über dem Vorjahresbudget.

Einem Eigenkapital von 950 Millionen Franken steht ein abzuschreibendes Verwaltungsvermögen von 418 Millionen Franken gegenüber. Ende 2011 wird das Nettovermögen des Kantons St.Gallen 531 Millionen Franken betragen.

An Verzichtsplanung festhalten
Da Eigenkapitalbezüge zum Budgetausgleich längerfristig keine Lösung darstellten, da sie den Handlungsspielraum einschränkten, müsse an der vorgesehenen Verzichtsplanung festgehalten werden, sagte Gehrer. Er will im Februar 2011 dem Kantonsrat darlegen, wo in Zukunft jährlich bis zu 180 Millionen Franken gespart werden sollen. (sda/red.)

Mehr zum Thema in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper vom 28. September 2010.