Debatte um Kosten für neues Depot

Der Zweckverband Feuerwehr Rheineck–Thal–Lutzenberg will im Buriet ein neues Depot bauen. An einem Infoabend am Mittwoch stellten die Verantwortlichen das Projekt vor und beantworteten zahlreiche Fragen aus dem Publikum. Am 5. Juni wird darüber abgestimmt.

Remo Zollinger
Merken
Drucken
Teilen
Werner Reifler, VR-Präsident des Zweckverbandes Feuerwehr R–T–L, führte durch die Präsentation des Bauprojektes.

Werner Reifler, VR-Präsident des Zweckverbandes Feuerwehr R–T–L, führte durch die Präsentation des Bauprojektes.

THAL/RHEINECK. Es war ein Info-Anlass, an dem die Beantwortung der Fragen aus dem rund 80köpfigen Publikum mehr Zeit beanspruchte als die Vorstellung des Projekts. Durch diese führte Werner Reifler, Präsident des Zweckverbands Feuerwehr Rheineck-Thal-Lutzenberg, in 23 Minuten. Er sprach über die Entwicklung der Planung, den Architekturwettbewerb, die Baupläne sowie die Kosten. Diese wurden vom Publikum mehrfach angesprochen. Die Verantwortlichen versicherten: Bei der Erstellung der Baupläne sei minutiös auf die Kosten geachtet worden. Und: «Mit der Zustimmung zur Fusion hat das Stimmvolk die Absicht geäussert – ja geradezu gefordert – dass die Fusion nur mit einem gemeinsamen Depot realisiert sei», sagte Werner Reifler. Eine Ablehnung an der Urne wäre eine «undankbare Verzögerung», die das physische Zusammenführen der Feuerwehren verhindern würde. Einen Plan B hat der Zweckverband nicht in der Hinterhand.

Depot kostet zehn Millionen

Das neue Depot, das auf dem Arena-Areal direkt an den Bahngleisen gebaut werden soll, kostet 10,3 Millionen Franken. Darin enthalten sind die 1,7 Mio., die der Zweckverband für den Landerwerb an die Gemeinde Thal bezahlen muss. Mit einem Beitrag von 1,4 Mio. beteiligt sich die Gebäudeversicherungsanstalt am Neubau.

Der Anteil der Gemeinden beläuft sich also auf 8,9 Mio. Franken. Diese Kosten tragen die Gemeinden proportional zu ihrer Einwohnerzahl. «Und zwar über die Feuerwehrersatzabgabe, nicht über die öffentliche Hand», sagte Werner Reifler. Hans Pfäffli, Stadtpräsident von Rheineck, erklärte, dass die Amortisation des Depots nicht nur eine Last, sondern auch einen Gegenwert bringen würde: «Würde man nicht bauen, müssten wir mieten», sagte er.

Reifler entgegnete dann einem Einwand, wonach der Bau zu viel koste: «Viel, aber nicht zu viel», sagte Reifler. Er begründete damit, dass der Bau erdbebensicher sein und die Handhabung von schweren Materialien und Wagen garantieren müsse. «Robustheit kostet», sagte Reifler.

Robert Raths, Gemeindepräsident von Thal, ergänzte: «Wenn das Projekt wegen der Kosten verworfen wird, gibt es später vielleicht ein billigeres Projekt – aber dann hätten wir wieder unnötige Planungskosten.» Er appellierte an das Volk, die Vorlage anzunehmen. In den Gemeinden Thal, Rheineck und Lutzenberg wird am 5. Juni über das Projekt abgestimmt. Lehnt es eine Gemeinde ab, ist die Vorlage durchgefallen.

Bedenken wegen des Verkehrs

Neben weiteren Punkten wurde am Infoabend über den Standort im Buriet gesprochen, der am Rand des Einzugsgebiets der Feuerwehr liegt. Der Ort sei zudem wegen des stark befahrenen Kreisels unglücklich gewählt, sagte einer der Diskussionsteilnehmer. Der Einwand sei berechtigt, räumte Reifler ein, der Standort erfülle jedoch die Vorgabe, wonach der erste Einsatzwagen in fünfzehn Minuten am Platz sein müsse. «Wir könnten vom Buriet aus ein Gebiet von Tübach bis Au bedienen», sagte Reifler – dies auch dank einer neuen Notzufahrt.

Rheinecks Stadtpräsident Hans Pfäffli beantwortete Fragen – besonders in Bezug auf die Amortisation des Depots. (Bilder: Remo Zollinger)

Rheinecks Stadtpräsident Hans Pfäffli beantwortete Fragen – besonders in Bezug auf die Amortisation des Depots. (Bilder: Remo Zollinger)