«Das Zelt» lässt St.Gallen aus

ST.GALLEN. Der Ticketverkauf stockte, Plätze blieben frei, die Rechnung ging nicht auf: «Das Zelt» lässt daher die Stadt St.Gallen auf seinem Tournéeplan 2012 aus ökonomischen Gründen aus.

Michèle Vaterlaus
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«Das Zelt» auf dem Veranstaltungsplatz Kreuzbleiche. (Bild: zVg)

«Das Zelt» auf dem Veranstaltungsplatz Kreuzbleiche. (Bild: zVg)

Normalerweise gastierte das Schweizer Tournéetheater «Das Zelt» nach den Sommerferien in St. Gallen. Doch die Verkaufszahlen haben nicht gestimmt. «Der Ticketverkauf über die Sommermonate ist schwierig», sagt Adrian Steiner, Direktor von «Das Zelt». Die Leute seien draussen, in den Ferien oder würden Open Airs besuchen. «Wenige denken im Sommer daran, einen Anlass im Zelt zu besuchen.»

Doch von der Stadt aus sei es zu keinem anderen Zeitpunkt im Jahr möglich, auf dem Veranstaltungsplatz Kreuzbleiche zu gastieren. Das Ergebnis: «Das Zelt» kommt 2012 nicht mehr nach St. Gallen. «Da wir viele Anfragen von anderen Städten haben und St. Gallen einer der schwächeren Standorte war, lassen wir ihn aus. Dafür haben wir neue Städte in die Tour aufgenommen», sagt Steiner

Grosse Konkurrenz

Obwohl das Sommerwetter ein Problem der Auftritte in St. Gallen sein soll, gastiert das Schweizer Tournéetheater in dieser Jahreszeit an anderen Standorten, wie zum Beispiel in der Lenzerheide. «Dort ist es abends kühler, die Leute besuchen eher eine Veranstaltung in einem Zelt», begründet Steiner.

Doch möglicherweise kam den Veranstaltern nicht nur der Sommer in die Quere. Ein weiteres Problem könnte das breite Kultur- und Unterhaltungsangebot der Stadt sein. «Das bedeutet auch eine grosse Konkurrenz», sagt Urs Weishaupt, Leiter der Fachstelle Kommunikation der Stadt St. Gallen. «Marktwirtschaftlich betrachtet überlebt jenes Angebot, welches dem Publikum gefällt. Was nicht gefällt, überlebt nicht.»

Trotz dem vielfältigen Angebot in der Stadt ist Tourismusdirektor Boris Tschirky der Meinung, die Abwesenheit von «Das Zelt» sei ein Verlust. «<Das Zelt> war wichtig, schliesslich hat es mit Grössen wie Marco Rima aufgetrumpft. Und wir haben in St. Gallen nicht viele Anlässe, die weit ausstrahlen.» Nicht zu vergessen sei, dass St. Gallen auch als Kulturstadt beworben werde. «Doch wenn <Das Zelt> nur temporär fernbleibt, ist es zu verschmerzen», sagt Tschirky.

Rückkehr nicht ausgeschlossen

Eine Rückkehr schliesst «Das Zelt»-Direktor Adrian Steiner denn auch nicht aus: «Die Lösung für 2012 ist nur eine temporäre.» Auch im Wallis oder im Kanton Neuenburg seien sie dieses Jahr nicht zu Gast.

«Es ist schwierig, die ganze Schweiz abzudecken, vor allem in Anbetracht der langen Aufenthaltsdauer des Theaters», sagt Steiner. Es bestehe aber die Möglichkeit, dass ein zweites Theater aufgestellt werde, dann sehe die Situation wieder anders aus. Mehr Städte könnten abgedeckt werden.

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