Das Wasser bleibt – nur die Optik wechselt

Momentaufnahme

Res Lerch
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Otto Schweizer reist mit dem Schiff um den Planeten und landet am Schluss in Bregenz. (Bild: Res Lerch)

Otto Schweizer reist mit dem Schiff um den Planeten und landet am Schluss in Bregenz. (Bild: Res Lerch)

Für Menschen aus Rorschach hat der Bodensee eine magische Wirkung. Allein die Vorstellung, dass der Stadt der See fehlt, lässt nichts als eine Einöde erahnen. Das weiss auch «Seebueb» Otto Schweizer, der vor 73 Jahren in der Stadt zur Welt kam und seither den Bezug zum See nie verloren hat. «Geboren wurde ich im obersten Stock jenes Hauses, in welchem das Restaurant Adler – heute Zubi – beheimatet war», konkretisiert Otto Schweizer.

Nach der Primar- und Sekundarschule in Rorschach absolvierte Otto Schweizer eine vierjährige Ausbildung zum Heizungszeichner bei der Firma Köpp in St. Gallen, in der er über 40 Jahre tätig blieb. «Mit 59 Jahren habe ich nochmals einen grossen Wechsel gewagt und die Stelle als Technischer Leiter bei der Firma Kunz in Davos angetreten. Beim grössten Installationsbetrieb im Kanton Graubünden blieb ich bis zu meiner Pensionierung vor drei Jahren. Aber in Davos war ich nur als Wochenaufenthalter angemeldet, um den direkten Bezug zur Region am See ja nicht zu verlieren», schmunzelt er.

Das Wasser hat ihn nicht mehr losgelassen. Er hat eine erste Weltreise mit einem Ozeanschiff bereits hinter sich. «Anfang 2018 mache ich mit meiner Partnerin Hedida eine weitere Reise rund um unseren Planeten. Sozusagen vom See hinaus aufs grosse Meer», freut er sich heute schon. Rund vier Monate werden sie unterwegs sein. Grosse Vorfreude herrscht bei Otto Schweizer, wenn er mit seiner Partnerin ­Hedida an Bord der «Costa Lumi­nosa» die Durchquerung des ­Panamakanals erleben wird. «Das wird einer der Höhepunkte unserer Reise, und ich hoffe auf spektakuläre Bilder», so Otto Schweizer.

Auch grosse Reisen haben ein Enddatum, und so gegen Ende April wird der Ozeanriese wieder in Venedig anlegen. Dann wird das Meer wieder mit dem Bodensee getauscht. «Da ich mit meiner Partnerin zusammen nach Bregenz ziehe, werde ich den ­Bodensee aus einer neuen Optik kennen lernen. Es sind diese Kompromisse, die immer wieder Neues zulassen und so das eigene Leben bereichern», sagt er und fügt schnell bei: «Bregenz ist ja auch nicht fernab vom Schuss, und meine Bande zur Stadt und der Region werden ja auch nicht unwiderruflich gekappt. Einen Schlumi im Fels wird es weiterhin geben, einfach in einer anderen Kadenz und wahrscheinlich zeitlich auch etwas früher. Ich bin schliesslich auch nicht mehr der Jüngste», sagt er augenzwinkernd.

Nach Bregenz zügeln wird Otto Schweizer nebst den alten ­Bildbänden von Rorschach auch die vielen Bilder von Hans E. Deutsch. «Mein Lieblingsbild ist sowieso das mit dem Clown Grock, welches ich von meinem Freund zum 50. Geburtstag mit einer persönlichen Widmung ­erhalten habe. Es wird auch in Bregenz einen ganz speziellen Platz bekommen.» Der Rest wird sich ergeben. «Ich freue mich auf das Flanieren am Seeufer in ­Bregenz und vor allem auf die Sonnenuntergänge. Die sind aus der Höhe (17. Stock im neuen ­Daheim) noch fantastischer als von Rorschach aus.»

Res Lerch

redaktionot@tagblatt.ch