Das Wachsen zum Grossverein braucht Zeit

Momentaufnahme

Res Lerch
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Auch nach der Fusion hat der Präsident des FC Rorschach-Goldach 17 Markus Hundsbichler alle Hände voll zu tun. (Bild: Res Lerch)

Auch nach der Fusion hat der Präsident des FC Rorschach-Goldach 17 Markus Hundsbichler alle Hände voll zu tun. (Bild: Res Lerch)

Am kommenden Wochenende finden die letzten Fussballspiele der Vorrunde in den unteren Ligen statt. Dazu gibt der Präsident Markus Hundsbichler ein erstes Fazit. Er leitet zusammen mit dem Vorstand die Geschicke des neu in die Meisterschaft gestarteten FC Rorschach-Goldach 17.

Auf diese Meisterschaft hin haben der FC Rorschach und der FC Goldach fusioniert. Aus zwei relativ kleinen Vereinen ist ein stattlicher Grossverein geworden, der vor allem in der Jugendbewegung mit rund 500 fussballbegeisterten Kids in 30 Teams neue Massstäbe setzt. «Die ganzen Vorarbeiten für die Fusion haben schnell klargemacht, was da auf uns zukommt. Für insgesamt 35 Mannschaften Trainer und vor allem Trainingsmöglichkeiten bereitzustellen, war eine erste Herausforderung, die wir als neuer Verein gut gemeistert haben», zeigt sich Markus Hundsbichler zufrieden.

«Zudem war der erste öffentliche Auftritt unseres Vereins mit der Organisation des Freundschaftsspiels zwischen dem FC St. Gallen und dem FC Southhampton natürlich eine tolle Sache und hat gezeigt, zu was wir fähig sind», fügt er an. Für Markus Hundsbichler sei es wichtig, die beiden Vereine zusammenwachsen zu lassen. «Eine Fusion kann man nicht diktieren, die muss langsam entstehen», ist er überzeugt. Er sei deshalb besonders stolz darauf, dass die erste offizielle Hauptversammlung des FC Rorschach-Goldach 17 von 119 Stimmberechtigten besucht wurde und dass sich 49 Personen im Vorfeld entschuldigen liessen. «Für mich ist bisher kein Graben sichtbar geworden», so Hundsbichler.

Ehrenamtliches Engagement bröckelt

«Wir haben aber auch als grosser Verein unsere Probleme, die wir anpacken müssen. Die generelle Bereitschaft, sich im Dienste eines Vereins ehrenamtlich zu engagieren, hapert wie bei vielen anderen Vereinen auch. Es hängt zu viel an wenigen Personen, und das bereitet uns Sorgen», bilanziert Markus Hundsbichler. Er wird sich deshalb unmittelbar nach Abschluss der Vorrunde mit seinen Vorstandsmitgliedern zu einer Klausurtagung treffen. «Wir werden die grundlegenden Fragen stellen und notfalls die Weichen bereits jetzt stellen müssen. Sollte sich die Schweizer Fussballmannschaft für die WM in Russland qualifizieren, wird das einen erneuten Schub in der ganzen Juniorenbewegung auslösen. Da müssen wir mental und organisatorisch parat sein», gibt er sich optimistisch. «Dieses Phänomen wird leider auch heute noch unterschätzt. Da wird der Verein auch auf die Unterstützung der öffentlichen Hand hoffen müssen».

Im sportlichen Bereich erfreut sich der Präsident vor allem an den Erfolgen der Junioren: «Vor allem natürlich der Herbstmeistertitel der C-Junioren in der Coca-Cola Junior League ist ein gutes Zeugnis dafür, dass hervorragende Arbeit geleistet wird». Dank den beiden letzten Siegen gegen Weinfelden-Bürglen und vor allem am vergangenen Sonntag in Kreuzlingen hat sich die Situation rund um das Aushängeschild des Vereins etwas verbessert. «Wenn man fusioniert, will man auch einen entsprechenden Mehrwert respektive Erfolge sehen können. Da scheint man auf dem richtigen Weg zu sein», sagt Markus Hundsbichler abschliessend.

Res Lerch

redaktionot@tagblatt.ch