Das Waaghaus wird zu klein für den Wahltreff

Nach 2004 und 2008 sind vorgestern die Resultate zum drittenmal öffentlich im Waaghaus verkündet worden. Das Ritual zog neben vielen Medienleuten rund 300 Interessierte an. Die Stimmung war so gut, dass sie auch eine kleine Panne nicht wirklich trüben konnte.

Drucken
Teilen
Mit der Familie an den Wahltreff: Der parteilose Stadtratskandidat Markus Buschor mit seinen drei Töchtern. (Bild: Michel Canonica)

Mit der Familie an den Wahltreff: Der parteilose Stadtratskandidat Markus Buschor mit seinen drei Töchtern. (Bild: Michel Canonica)

Es hätte das bestgehütete Geheimnis der Stadt sein sollen. Mindestens bis Sonntag, 16.30 Uhr. Auf den Zeitpunkt war die Verkündung der Wahlresultate im Waaghaussaal angesetzt worden. Und der Chef des städtische Stimm- und Wahlbüros tat alles, um das Geheimnis bis zu diesem Zeitpunkt zu bewahren. Vor allem vor den Medienleuten, die einerseits unter Zeitdruck standen (elektronische Medien), denen anderseits eine lange Nacht bevorstand (Zeitungen).

Und dann das: Einzelne findige Wählerinnen und Wähler entdeckten eine Abkürzung zu den Resultaten. Die heissbegehrten Zahlen hingen am Sonntag, kurz nach 16 Uhr, einfach im Schaukasten am Rathaus. Was nicht ganz im Sinne des Erfinders, sondern ein Versehen gewesen sei, wurde gestern im Rathaus eingeräumt. Der Aushang sei dann aber auch schnell wieder abgedeckt worden.

*

Der Stimmung im Waaghaus tat die Episode keinen Abbruch. Viele Medienleute und rund 300 Gäste warteten hier mit Spannung auf den Ausgang der Stadtrats- und der Stadtparlamentswahlen. Bereits zum drittenmal war das historische Gebäude am Bohl damit in einen städtischen Wahltreffpunkt umfunktioniert worden. Für Urs Weishaupt, den städtischen Kommunikationsbeauftragten und Mitinitianten des Treffs, mit Erfolg. Die Stimmung sei gut gewesen. Zuerst habe man die Spannung mit Händen greifen können. Sie habe sich dann im Laufe der Verkündung der Resultate in Freude oder Frust aufgelöst – je nachdem, wie man selber, wie die eigene Liste oder jene Liste, die man gewählt habe, davongekommen sei. Zudem sei das Waaghaus am Sonntag ein Begegnungsort gewesen. Hier hätten Leute miteinander diskutiert, die das wegen unterschiedlicher politischer Ausrichtung normalerweise wohl eher nicht täten, schwärmte Weishaupt.

*

Ein Problem haben die Organisatoren des Wahltreffs jetzt aber zu lösen: Das Waaghaus wird definitiv zu klein dafür. Ideen für alternative Durchführungsorte und Ausbaumöglichkeiten seien vorhanden, sagte gestern Urs Weishaupt. Und man werde jetzt prüfen, in welche Richtung sich der Anlass entwickeln könnte. Unter Zeitdruck geschieht das nicht: Die nächsten Erneuerungswahlen stehen 2016 an. (vre)

Freude über die eigenen Resultate: Die SP-Wahlkampf-Gschpänli Ruedi Blumer und Sylvia Huber. (Bild: Michel Canonica)

Freude über die eigenen Resultate: Die SP-Wahlkampf-Gschpänli Ruedi Blumer und Sylvia Huber. (Bild: Michel Canonica)

Bad in der Menge: SP-Regierungsrat Fredy Fässler mit Gattin im Waaghaussaal. (Bild: Michel Canonica)

Bad in der Menge: SP-Regierungsrat Fredy Fässler mit Gattin im Waaghaussaal. (Bild: Michel Canonica)

Vom Fussballmatch direkt an den Wahltreff im Waaghaus? Freude über einen Volltreffer der Lieblingsliste. (Bild: Michel Canonica)

Vom Fussballmatch direkt an den Wahltreff im Waaghaus? Freude über einen Volltreffer der Lieblingsliste. (Bild: Michel Canonica)

Sehen und gesehen werden: Stadtpräsident Thomas Scheitlin mit Gattin (rechts), dahinter ebenfalls applaudierend Stadtrat Nino Cozzio, links neben ihm CVP-Kandidatin Patrizia Adam. (Bilder: Michel Canonica)

Sehen und gesehen werden: Stadtpräsident Thomas Scheitlin mit Gattin (rechts), dahinter ebenfalls applaudierend Stadtrat Nino Cozzio, links neben ihm CVP-Kandidatin Patrizia Adam. (Bilder: Michel Canonica)