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Das vorläufige Ende einer Tradition

Jahrelang wurde jeweils im Herbst beim Schlössli Haggen eine Viehschau durchgeführt. Für dieses Jahr wurde sie abgesagt. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Ob die Viehschau im kommenden Jahr wieder stattfinden wird, ist unklar.
Patrick Baumann
Lebendiges Brauchtum an der Viehschau im Haggen. (Bild: Ralph Ribi (28. September 2012))

Lebendiges Brauchtum an der Viehschau im Haggen. (Bild: Ralph Ribi (28. September 2012))

Am kommenden Freitag hätte beim Schlössli Haggen die alljährliche Viehschau stattfinden sollen. Nun wurde bekannt, dass der Traditionsanlass aufgrund mangelnder Teilnehmerzahlen abgesagt werden musste. «In diesem Jahr haben sich lediglich vier Bauern angemeldet. Damit sich eine Durchführung lohnt, wären mindestens fünf bis sechs Teilnehmer nötig gewesen», sagt Kurt Frischknecht vom städtischen Büro für Landwirtschaft. «Wir bedauern die Absage sehr. Die Viehschau hat sich jahrelang grosser Beliebtheit erfreut und war immer gut besucht.»

Die tiefe Teilnehmerzahl habe mehrere Gründe. Einer davon liegt auf der Hand. «In und um die Stadt St. Gallen gibt es schlicht immer weniger Bauernbetriebe und somit weniger potenzielle Teilnehmer für die Viehschau. Dieser Trend lässt sich seit vielen Jahren beobachten», sagt Frischknecht. Klar sei auch, dass eine Viehschau für die Landwirte mit viel Aufwand verbunden sei. Eine Durchführung mit nur vier Teilnehmern sei deshalb nicht sinnvoll, zumal trotz Unterstützung der Stadt ein beträchtlicher Teil der Kosten bei den Bauern hängen bleibe.

Zu viele Auflagen seitens der Politik

Sepp Brunner ist Vizepräsident des Viehzuchtvereins St. Gallen, der die Viehschau organisiert. Auch er bedauert die Absage. «Für uns ist das ein Stück Tradition, das verlorengeht.» Nebst den genannten Gründen sind für ihn aber auch andere Ursachen ausschlaggebend für die schwindende Teilnehmerzahl. «Wir merken, dass die Toleranz der Stadtbevölkerung abnimmt.» Ein Beispiel seien die Autofahrer, die bei gesperrten Strassen schneller genervt reagierten als früher. Zudem gäbe es für die Landwirte allgemein immer mehr Auflagen seitens der Politik. «Für mich ist es deshalb verständlich, dass viele Landwirte die Motivation verlieren und auf eine Teilnahme verzichten, denn nach der Viehschau werden die Bauern schnell wieder zur Nebensache.»

Auch die Zusammenarbeit mit der Stadt laufe nicht immer optimal. «Wir Landwirte haben oft den Eindruck, dass unsere Anliegen von der Stadt nicht gehört werden. Klar wollen wir dann nicht einfach für einen Tag im Jahr heile Welt spielen.»

Die Zukunft ist noch ungewiss

Wie es mit der Viehschau weiter- geht, ist noch unklar. «Damit der Anlass im kommenden Jahr wieder stattfinden kann, braucht es aus meiner Sicht ein Umdenken bei der Stadt und bei den Bauern», sagt Brunner. Die Chancen dafür schätzt er eher gering ein. «Wenn man einmal aufgehört hat, ist eine Wiederaufnahme schwierig.» Grundvoraussetzung sei so oder so, dass sich einige Landwirte dazu entschliessen, wieder mitzumachen.

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