Das Tschudiwies-Quartier bezahlt einen hohen Preis

«Schulhaus Tschudiwies: Den letzten Kampf verloren», Ausgabe vom 8. Juli 2017

Helena Peralta Calvo Ruhbergstrasse 49, 9000 St. Gallen
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Am vergangenen Freitag wurde das bei Kindern und deren Eltern beliebte Quartierschulhaus Tschudiwies endgültig geschlossen. Das Schulamt hat die 1200 Bürgerinnen und Bürger nicht erhört, welche seinerzeit die Schulhausschliessung mit einer Petition an den Stadtrat zu verhindern suchten. Für mich als betroffene Mutter zweier schulpflichtiger Kinder war der vergangene Freitag ein trauriger und sehr denkwürdiger Tag. Mit der Schliessung seines Schulhauses ist der Verlust für das Quartier Tschudiwies ungleich grösser als die vom Schulamt genannten ökonomischen und pädagogischen Vorteile.

So ist der künftige Schulweg ins St. Leonhard-Schulhaus für Kinder mit erhöhten Gefahren verbunden, weil er über die vom Durchgangsverkehr sehr stark belastete Ober- und Geltenwilenstrasse führt. Auch können die Kinder aus Zeitgründen nicht mehr zuhause zu Mittag essen, weil die Mittagspause für den Weg hin und zurück zu kurz ist. Vor allem aber: Was geschieht mit dem stillgelegten Schulhaus und der angrenzenden Spielwiese? Werden unsere Kinder auch in Zukunft noch dort spielen können? Es ist leider zu befürchten, dass das nunmehr unbeaufsichtigte Areal zum «rechtsfreien Raum» verkommt, in dem Trinkgelage und Drogenmissbrauch mit den bekannten Begleiterscheinungen überhandnehmen. Bereits jetzt sind erste Anzeichen dafür vorhanden!

Helena Peralta Calvo Ruhbergstrasse 49, 9000 St. Gallen