Das Triebwerk treibt es bunt

Ein vierköpfiges Team bringt neuen Schwung in die Arboner Kulturlandschaft. Die Betreiber des Triebwerks bieten Musik, Poesie und Kunst ein neues Zuhause.

Valentin Schneeberger
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«Wir machen, was uns gefällt»: Thomas Grosse (links), Michael Gubser und Tim Hasler (stehend). (Bild: Ladina Bischof)

«Wir machen, was uns gefällt»: Thomas Grosse (links), Michael Gubser und Tim Hasler (stehend). (Bild: Ladina Bischof)

ARBON. Dort wo einst der Maschinenhersteller Bruderer in seinen Anfängen wirkte, entsteht heute Kunst und Kultur. Unter dem Namen Triebwerk hat sich an der Bildstockstrasse in Arbon ein junger Verein eingemietet, der die alte Fabrikhalle mit neuem Leben füllt. Soeben hat die Gruppe ihr neues Saisonprogramm veröffentlicht.

Eine Plattform für Künstler

Eine kleine Bühne, eine Bar, Platz für knapp 170 Personen: So präsentiert sich das Kulturlokal Triebwerk den Gästen. Verantwortlich für das Programm sind Michael Gubser (28), Tim Hasler (25), Thomas Grosse (25) und Jana Städler (22) – alle aufgewachsen in Arbon und Roggwil, doch bis auf letztere heute im Kanton St. Gallen zu Hause. «Wir wollen vielversprechenden Künstlern eine Plattform bieten und sie einem grösseren Publikum zugänglich machen», erklärt Michael Gubser die Idee hinter Triebwerk.

Dieses Ziel verfolgen die Betreiber seit eineinhalb Jahren. So gab es im Triebwerk unter anderem schon eine Kunstausstellung, diverse Konzerte und einen Poetry-Slam, der in Zusammenarbeit mit den Kulturschaffenden von Culture Live organisiert wurde. Auch das neue Programm besticht durch seine Vielseitigkeit. Von Ende September bis Anfang Oktober beherbergt das Lokal die Kunstausstellung «Unsinn» mit Objekten und Installationen von verschiedenen Künstlern aus der Region, dazwischen finden Konzerte und eine weitere Ausgabe des Poetry-Slams statt.

Veranstalter aus Zufall

«Wir wollen mit unserem Programm keine bestimmte Zielgruppe ansprechen, sondern machen das, was uns gefällt», sagt Tim Hasler. Das positive Feedback der Besucher bestärkt die vier, auch in Zukunft an diesem Vorgehen festzuhalten. Das Triebwerk ist für sie eine Herzensangelegenheit. «Wir investieren unsere Freizeit aus Freude an der Sache. Sämtliche Einnahmen fliessen zurück ins Lokal», erklärt Gubser. Dass es solche Angebote braucht, weiss die Gruppe aus Erfahrung. Gubser, Hasler und Grosse sind selbst musikalisch aktiv und wissen, dass Auftrittsmöglichkeiten in der Region eher rar gesät sind.

«In die Rolle der Veranstalter sind wir aus Zufall gestolpert», sagt Hasler. Durch den Vater von Jana Städler – der als Vermieter der Liegenschaft auftritt – seien sie auf die leerstehende Halle aufmerksam gemacht worden. Der Vater wollte den Raum für eine kulturelle Nutzung weitervermieten. «Wir haben die Chance gepackt, um wieder etwas Schwung ins kulturelle Leben von Arbon zu bringen», so das Triebwerk-Team.

Vieles bleibt improvisiert

Den Umbau erledigten die vier jungen Macher selbst. Sie verwandelten die Fabrikhalle in einen Ort für Kunst und Kultur. Freunde steuerten Sessel, Tische und Stühle bei, und die Musikanlage konnte zu einem günstigen Preis gekauft werden. «Natürlich bleibt vieles improvisiert, doch wir bemühen uns, den Künstlern das bieten zu können, was sie für ihre Auftritte brauchen», sagt Gubser.