«Das St.Galler Fest funktioniert»

Das Stadtfest wird es noch lange geben, davon ist Milo Stössel überzeugt. Im Interview erklärt der neue OK-Präsident des St.Galler Fests, warum er nur kleine Änderungen plant, warum es am Fest nicht nur um Alkohol geht und warum er sich selber noch als Praktikant sieht.

Roger Berhalter
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Immer am ersten Wochenende nach den Sommerferien: Am Termin des St. Galler Fests wird auch der neue OK-Präsident Milo Stössel nicht rütteln. (Bild: Ralph Ribi)

Immer am ersten Wochenende nach den Sommerferien: Am Termin des St. Galler Fests wird auch der neue OK-Präsident Milo Stössel nicht rütteln. (Bild: Ralph Ribi)

Herr Stössel, erinnern Sie sich noch an Ihr allererstes St.Galler Fest?

Milo Stössel: Das muss wohl so mit siebzehn Jahren gewesen sein. Schon als Jugendlicher war das St.Galler Fest immer ein schönes Erlebnis für mich. Ich bin in Teufen aufgewachsen, und in die grosse Stadt in den Ausgang zu gehen, das war jeweils ein Highlight.

Haben Sie seither jedes Fest besucht?

Stössel: Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal nicht dabei war. Es ist ja auch das einzige Fest, das man sich nicht in die Agenda eintragen muss, weil der Termin fix ist: Immer am ersten Wochenende nach den Sommerferien.

St. Galler Fest (Bild: Benjamin Manser)
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St. Galler Fest (Bild: Benjamin Manser)
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St. Galler Stadtfest 2015 (Bild: Urs Bucher)
St. Galler Stadtfest 2015 (Bild: Urs Bucher)
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St. Galler Stadtfest 2015 (Bild: Urs Bucher)
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St. Galler Stadtfest 2015 (Bild: Urs Bucher)
St. Galler Stadtfest 2015 (Bild: Urs Bucher)
St. Galler Stadtfest 2015 (Bild: Urs Bucher)
St. Galler Stadtfest 2015 (Bild: Urs Bucher)
St. Galler Stadtfest 2015 (Bild: Urs Bucher)
St. Galler Stadtfest 2015 (Bild: Urs Bucher)
St. Galler Stadtfest 2015 (Bild: Urs Bucher)
St. Galler Stadtfest 2015 (Bild: Urs Bucher)
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St. Galler Stadtfest 2015 (Bild: Urs Bucher)
St. Galler Stadtfest 2015 (Bild: Urs Bucher)

St. Galler Fest (Bild: Benjamin Manser)

An diesem Termin wollen Sie auch als neuer OK-Präsident nicht rütteln?

Stössel: Nein, es gibt keinen Grund, das zu ändern.

Sie sind noch neu im Amt, bezeichnen sich selber als «Praktikanten-Präsident». Müssen Sie mit Ihrem Amt noch wachsen?

Stössel: Ja, denn es wäre vermessen von mir, nach so kurzer Zeit schon zu sagen: Ich bin jetzt der, der den Laden schmeisst. Eine gewisse Demut gehört dazu, schliesslich ist die Organisation des St.Galler Fests ein eingespieltes Team aus Gastro-Unternehmen, Künstlern, Behörden und Polizei. Alle haben ihre eigenen Bedürfnisse und Anliegen.

Bis jetzt waren Sie vor allem im Hintergrund tätig.

Stössel: Ja, und das soll auch so bleiben. Meine Aufgabe als OK-Präsident ist es nicht, mich in das operative Geschäft einzumischen und zu sagen, wer wo welchen Stand aufstellt.

Was ist dann Ihre Aufgabe?

Stössel: Ich kümmere mich vor allem um die strategische Ebene. Das Fest in die nächste Generation zu führen, das ist unsere Hauptaufgabe im Vorstand. So dass es das St.Galler Fest auch in zehn Jahren noch gibt.

Ein erstes augenfälliges Zeichen dafür, dass Sie nun am Drücker sind, ist die neue Webseite des Fests.

Stössel: Ja, im Bereich Marketing und Kommunikation können wir uns am meisten verbessern. Die Webseite war in die Jahre gekommen, also haben wir sie aktualisiert. Wir sind nun auch in den sozialen Medien präsent. Und wir wollen in Zukunft noch stärker verschiedene Altersgruppen ansprechen, insbesondere auch Familien.

Aber zeichnet sich das St.Galler Fest nicht gerade dadurch aus, dass sich nicht allzu viel verändert?

Stössel: Ja, durchaus. Aber wir reden ja hier von kleinen Verbesserungen in kleinen Schritten. Für radikale Neuerungen gibt es keinen Grund. Das Fest funktioniert, und es wird auch in Zukunft funktionieren. Interessant ist auch, dass niemand so genau weiss, wann das erste St.Galler Fest stattfand. Da ist man sich anscheinend nicht einig. Das Fest war einfach immer schon da.

Sie haben das Amt des OK-Präsidenten indirekt von Ihrem Vater Peter Stössel übernommen.

Stössel: Ja, mein Vater hat das St.Galler Fest damals neu organisiert und wieder auf die Beine gestellt. Als man mich gefragt hat, ob ich OK-Präsident werden wolle, musste ich zuerst einmal darüber schlafen. Es fühlte sich an wie eine Erbschaft, die ich übernehmen durfte.

Warum haben Sie Ja gesagt?

Stössel: Es ist eine ehrenvolle Aufgabe, und ich kann der Stadt damit etwas zurückgeben. Das Fest ist etwas durchwegs Positives und eine der schönsten Werbekampagnen für die Stadt.

Es gibt aber auch Kritiker, die sagen, das Fest sei schlicht ein Massenbesäufnis.

Stössel: Jeder ist für sich selber verantwortlich. Es ist nun mal ein Fest. Und gerade am St.Galler Fest trinkt man, weil es einem gutgeht, nicht dass es einem gutgeht. Exzessiver Alkoholkonsum ist ein gesellschaftliches Problem, das wir heute nun einmal haben – ob mit oder ohne St.Galler Fest.

Sie wollen ab 2016 jeweils eine Gastregion einladen. Erste Interessenten haben sich am diesjährigen Fest umgeschaut. Können Sie schon mehr verraten?

Stössel: Es wird wohl eine Rheintaler Gemeinde sein. Wir haben noch keine definitive Zusage, sind aber positiv gestimmt. Die Idee mit der Gastregion ist ein Versuch, inspiriert vom Gastkanton an der Olma, daraus machen wir keinen Hehl. Ich denke, das wird auf Anklang stossen. Interessierte Gemeinden dürfen sich übrigens gerne bei uns melden!

Wie ist das St.Galler Fest heute finanziell aufgestellt?

Stössel: Es steht auf gesunden Beinen, ist aber auf Unterstützung angewiesen. Ohne Sponsoren und ohne Gelder der Stadt geht es nicht. Wir wollen daran aber nicht verdienen. Das Ziel ist jeweils eine schwarze Null.

Sie könnten auch Eintritt verlangen, wie das schon einmal der Fall war. Ist das ein Thema?

Stössel: Nein. Aber das Zahlungssystem werden wir uns näher anschauen. Wobei ein bargeldloses System wie am OpenAir nicht so einfach umzusetzen wäre. Aber der Eintritt bleibt kostenlos.