Das Schweigen der Frauen

In der Stadt St. Gallen sind diverse Frauenorganisationen aktiv. Mit Erstaunen nehme ich zur Kenntnis, dass sich keine bei den Ersatzwahlen in den Stadtrat engagiert beziehungsweise höchstens in einer befremdlichen Rolle.

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In der Stadt St. Gallen sind diverse Frauenorganisationen aktiv. Mit Erstaunen nehme ich zur Kenntnis, dass sich keine bei den Ersatzwahlen in den Stadtrat engagiert beziehungsweise höchstens in einer befremdlichen Rolle. Wenn die Politische Frauengruppe (PFG) ernsthaft einen Mann zur Wahl empfiehlt, obwohl mit Barbara Frei eine ausgewiesene Frau kandidiert, verstehe ich die Welt nicht mehr. Und warum wir von der Frauenzentrale, die laut eigenen Angaben die Anliegen der Frauen auch in der Politik vertreten will, zu diesen Wahlen nichts hören, verstehe ich ebenfalls nicht.

Natürlich reicht «Frau sein» nicht aus, aber Barbara Frei bringt haufenweise Qualifikationen für das Amt einer Stadträtin mit. Selbst wenn man einzelne ihrer Positionen nicht teilt, müssten Frauenorganisationen über der Sache stehen und dafür sorgen, dass jetzt eine zweite Frau in den Stadtrat einzieht. Ich selbst habe viele Jahre mit Barbara Frei im Stadtparlament und in der Geschäftsprüfungskommission konstruktiv zusammengearbeitet. Barbara Frei hat das Zeug dazu, also machen wir sie zur Stadträtin.

Simone Schlegel Moser

Schubertstr. 12, 9008 St. Gallen