Das Schulhaus Tschudiwies darf nicht sterben

«‹Tschudiwies› schliesst im Juli», Ausgabe vom 28. Januar 2017

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Die Anwohnerschaft hat bis jetzt mehr als tausend Unterschriften gegen die beabsichtigte Schliessung «ihres» Schulhauses Tschudiwies gesammelt. Das dichtbesiedeltste Quartier mit vielen Kindern hat erst kürzlich vom Stadtrat Bestnoten erhalten, und er sagte, dass kein behördlicher Handlungsbedarf bestehe. Das Primarschulhaus gehört zu den beliebtesten in der Stadt. Es wurde bereits vor 40 Jahren einmal vor der Umwandlung in ein Abschlussklassenzentrum gerettet.

Wir sind überzeugt, dass das Schulhaus Tschudiwies von zentraler Bedeutung für die Wohnqualität im Quartier ist und deshalb nicht aufgegeben werden darf. Das Quartier würde unter der Schliessung des Schulhauses leiden. Wohnungssuchende mit Kindern erkundigen sich erfahrungsgemäss als erstes danach, wo sich das nächste Schulhaus befindet. Es ist zudem zu befürchten, dass bereits im Quartier wohnhafte Familien wegziehen werden, weil sie ihren Kindern den gefährlichen Schulweg über die stark befahrene Ober- und Geltenwilenstrasse nicht zumuten wollen. Wird das Wohngebiet Tschudiwies aber von Familien gemieden, führt dies mittel- bis längerfristig zu einer nachteiligen Änderung der Bevölkerungsstruktur.

Auch der Quartierverein Tschudiwies-Centrum wurde mit diesem Entscheid vor Tatsachen gestellt und ist überrascht, dass er von der Stadt in dieser für das Quartierleben zentralen Angelegenheit vorgängig nicht angehört worden ist. Dieses Vorgehen erinnert an den Fall Sömmerliwiese, wo der Quartierverein Lachen von der Stadt ebenfalls übergangen wurde.

Im Interesse eines lebendigen, mit Familien durchmischten Quartiers fordert der Quartierverein Tschudiwies-Centrum, dass wenigstens der Unterricht für die ersten drei Primarklassen weiterhin im Schulhaus Tschudiwies beibehalten wird.

Alfred Mallepell,

Präsident Quartierverein Tschudiwies-Centrum

Zimmerstrasse 13, 9000 St. Gallen