Das passiert nicht das erste Mal

An der Ruckhalde gestrandet Ausgabe vom 7. Januar 2016

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Dass Züge die Ruckhalde-Kurve nicht nehmen können, ist beileibe nichts Neues. So ist überliefert, dass zu Zeiten der Dampftraktion manche Züge an ebendieser Kurve scheiterten. Und so geschah es: Der Druck der Zylinder einerseits sowie der angehängten Wägelchen anderseits bewirkte, dass in der ausserordentlich steilen sowie engen Kurve das Lokomotivchen aus den Schienen kippte. Das war aber weiter nicht so schlimm, denn man hatte vorgesorgt: Ein Wagenheber war stets dabei, und nach etwelchen Mühen stand das Lokomotivchen wieder dort, wo es hingehörte, nämlich auf den Schienen.

Das zweite Abenteuer kann ich bezeugen, ich war selbst dabei: Es dürfte während des Zweiten Weltkrieges gewesen sein, vermutlich an einem Sonntag unten grau und oben strahlender Sonnenschein, als das Schicksal zuschlug: Zu viele Wagen angehängt und zu viele Reisende (der unerfüllbare Wunschtraum heutiger Bähnler), so dass trotz jetzt elektrischer Traktion der Zug in der Kurve stehenblieb. Aber man handelte pragmatisch, für die Reisenden der letzten beiden Wägelchen hiess es aussteigen und sich vorne hineinquetschen, so gut es ging. Daraufhin wurden die letzten beiden Wägelchen abgekoppelt und per Schwerkraft zurück in den Nebenbahnhof spediert! Heute undenkbar und über 200 Millionen Steuerfranken später in der Zukunft mit Tunnel auch kein Thema mehr.

Werner E. Frischknecht

Hinterstaag 1122, 9402 Mörschwil

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