DAS NEUE VERKEHRSREGIME BEIM KÖPPEL-AREAL: Im Köppel-Areal wird bald gebaut

Das Bauarbeiten für zwei neue Gebäude mitten in der Lachen können beginnen. Es entstehen 52 Wohnungen, ausserdem bezieht die Migros eine neue Filiale. Das Projekt ist mehrere Jahre verspätet.

David Gadze
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Die Migros zieht 2019 von der Zürcher Strasse (langes Gebäude unten links) in den quadratischen Neubau im Köppel-Areal (oben). (Bild: Ralph Ribi)

Die Migros zieht 2019 von der Zürcher Strasse (langes Gebäude unten links) in den quadratischen Neubau im Köppel-Areal (oben). (Bild: Ralph Ribi)

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Die Tage der Brache im Herzen der Lachen sind gezählt: Auf dem Areal zwischen der Feldbachstrasse und der Schönbrunnstrasse, wo bis Anfang 2014 die ehemaligen Gebäude der Zimmerei und Bauschreinerei Bruno Köppel AG standen, beginnen im Frühling die Arbeiten für eine Neuüberbauung mit zwei Gebäuden. Die Stadt hat kürzlich die Baubewilligung für das Neubauprojekt erteilt. Das bestätigt Bausekretär Matthias Fuchs.

Die Bauarbeiten starten im Mai 2017, sagt Andreas Pfister, Geschäftsführer der Max Pfister Baubüro AG, der das Areal gehört. In den beiden Neubauten entstehen insgesamt 52 Zweieinhalb- und Dreieinhalb-Zimmer-Wohnungen. Sie sollen im September 2019 bezugsbereit sein. Zudem gibt es je Gebäude eine Gewerbefläche. Im quadratischen Neubau mit Innenhof zieht die Migros ein. Die neue Filiale, welche die bestehende an der Zürcher Strasse ersetzen wird, soll im März 2019 eröffnet werden. Die Verkaufsfläche beträgt gemäss Natalie Brägger von der Genossenschaft Migros Ostschweiz 750 Quadratmeter, also fast dreimal mehr als am jetzigen Standort (260 Quadratmeter). Das Angebot werde deswegen aber nicht gleich dreimal grösser sein: «Wir schaffen mehr Platz für Kunden und Produkte.»

Der lange Weg zum Verkehrskonzept

Andreas Pfister zeigt sich erleichtert, dass die Bauarbeiten endlich beginnen können. Denn die Baubewilligung war eine regelrechte Zangengeburt. Mit dem Neubauprojekt sind in jenem Teil der Lachen nämlich Strassenausbauten und ein neues Verkehrsregime verknüpft. Dieses sieht vor, die Gerbestrasse von der Zürcher Strasse bis zur Feldbachstrasse neu als Einbahn zu führen, ebenso die Ulmenstrasse und den dazwischenliegenden Abschnitt der Feldbachstrasse. Die Metallstrasse wird im gleichen Perimeter nur noch für den Zubringerdienst befahrbar sein.

Bei der ersten öffentlichen Auflage des Baugesuchs und des neuen Verkehrsregimes im März 2012 fehlte jedoch ein Verkehrsgutachten, was Einsprachen von benachbarten Grundeigentümern nach sich zog. Das Baubewilligungsverfahren blieb indes so lange sistiert, bis das Verkehrsregime rechtskräftig war. Und das dauerte bis vergangenen Sommer. Das Verkehrskonzept wurde zwar mit der zweiten Auflage Mitte 2012 nachgeliefert. Neue Kritik folgte aber postwendend. Es fehle eine ganzheitliche Lösung für das Quartier, hiess es. So wurde eine Zu- und Wegfahrtsregelung für das Neubauprojekt, in dem auch eine Tiefgarage mit 89 Parkplätzen entsteht, vermisst. Anwohner befürchteten, die nördlich angrenzenden Strassen würden zu Schleichwegen. Die Stadt musste also nochmals über die Bücher. Im September 2013 legte sie schliesslich das überarbeitete Verkehrskonzept nochmals öffentlich auf.

Gegen das Baugesuch als solches gingen gemäss Matthias Fuchs insgesamt acht Einsprachen ein. Sechs wurden nach Verhandlungen zurückgezogen, zwei wies die Baubewilligungskommission ab. Die Einsprecher verzichteten auf einen Weiterzug an den Kanton. Aufgrund von Rückmeldungen des Sachverständigenrats für Städtebau und Architektur der Stadt St. Gallen hätten sich am Neubauprojekt jedoch einige Details geändert, sagt Andreas Pfister. So ist etwa ein zusätzlicher Durchgang im Erdgeschoss des kleineren Gebäudes geplant.

Strassen werden neu gestaltet

Im Zuge des Neuüberbauung des Köppel-Areals werden auch die angrenzenden Strassen erneuert und teilweise ausgebaut. Auf der nordöstlichen Seite der Ulmenstrasse gibt es ein neues Trottoir, das daran anschliessende Trottoir an der Südseite der Feldbachstrasse wird verbreitert. Zwischen der Ulmenstrasse und der Schönbrunnstrasse, etwa auf Höhe Feldbachstrasse, entsteht ein neuer Verbindungsweg für Fussgänger und Velofahrer. Im nördlichen Teil der Schönbrunnstrasse erstellt die Stadt ebenfalls ein neues Trottoir. Da diese Arbeiten direkt mit dem Neubauprojekt zusammenhängen, beteiligt sich die Max Pfister Baubüro AG an den Kosten.

Heinz Loretini (Zweiter von links) und Felicitas Weigelt (Mitte) von der GHG werden flankiert von Red Cube-Musikern. (Bild: Lilian Wehrle)

Heinz Loretini (Zweiter von links) und Felicitas Weigelt (Mitte) von der GHG werden flankiert von Red Cube-Musikern. (Bild: Lilian Wehrle)