«Das Modell verdient eine Chance»

Reaktionen Für die Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten (VSGP) ist die Einführung des Teillohnmodells «längst überfällig».

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Reaktionen Für die Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten (VSGP) ist die Einführung des Teillohnmodells «längst überfällig». Es würde die Gemeinden zwar nicht entlasten, weil diese ohnehin stets die Differenz des Lohns zum Existenzminimum ausgleichen, heisst es auf Anfrage. Das gelte nicht nur für ausländische Stellensuchende, «sondern auch für Einheimische, die temporär von der Sozialhilfe unterstützt werden müssen», sagt VSGP-Präsident Boris Tschirky. «Es gäbe den Klienten aber eine Chance, sich Berufserfahrung zu holen und sich bei einem Arbeitgeber unentbehrlich zu machen.» Wichtig seien gleich lange Spiesse für alle Akteure bei der Unterstützung der Arbeitssuche, also für Regionale Arbeitsvermittlungsstellen, Sozialämter, Repas-Stellen, Berufsschulen oder IV-Stellen.

Für den Kantonalen Gewerbeverband ist das Modell «eine prüfenswerte Alternative», wie Geschäftsführer Felix Keller sagt: «Es darf aber nicht sein, dass damit der erste Arbeitsmarkt konkurrenziert wird.» Ähnlich tönt es bei der Industrie- und Handelskammer St. Gallen-Appenzell. Das Modell sei «grundsätzlich richtig», sagt Robert Stadler, der stellvertretende Direktor. «Gerade kleinere Unternehmen stossen aber schnell an Grenzen, wenn der bürokratische Aufwand, einen Flüchtling einzustellen, zu gross wird.» Auch für SP-Kantonsrätin Bettina Surber «verdient das Modell eine Chance». Sie warnt aber vor schwarzen Schafen, die die billigen Arbeitskräfte ausnützen könnten – «das Modell steht und fällt mit der Frage, wie das kontrolliert wird und von wem». (cz)