Das letzte Spiel entscheidet

St. Gallen und Andwil-Arnegg tragen morgen ihre letzten 1.-Liga-Qualifikationsspiele aus. Das Ziel beider Teams ist der Halbfinal. Doch den erreicht neben Kreuzlingen nur eine weitere Equipe.

Raya Badraun
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VOLLEYBALL. Spannender könnte die Ausgangslage kaum sein. Vor den letzten Qualifikationsspielen in der 1. Liga haben in der Gruppe D noch immer vier Frauenteams die Chance, sich mit einem Sieg den zweiten Rang zu sichern. Dieser bedeutet die Qualifikation für den Halbfinal. St. Gallen und Andwil-Arnegg nehmen punktegleich den zweiten und dritten Platz ein. Dahinter folgen mit einem Zähler weniger Wiedikon und SeeWy. «Eine gewisse Anspannung ist zu spüren», sagt St. Gallens Trainer Jan Rhyner. «Unter Druck stehen wir jedoch nicht. Der Halbfinal wäre für uns als Aufsteiger ein Zückerli.» Wenn man bedenkt, dass der STV St. Gallen scheinbar die beste Ausgangslage der vier Teams hat, tönt diese Aussage etwas gar bescheiden. Während etwa Andwil-Arnegg auf Leader Kreuzlingen trifft, empfängt Rhyners Team morgen um 18 Uhr den Tabellensechsten Einsiedeln. Doch anders als die Thurgauerinnen muss Einsiedeln ebenfalls punkten, um nicht doch noch in den Abstiegskampf involviert zu werden. Zudem tritt St. Gallen mit einem geschwächten Team an. Mehrere Spielerinnen sind krank, verletzt oder angeschlagen. So verlor der STV St. Gallen die vergangene Partie gegen SeeWy 1:3. «Diese Ausgangslage ist schwierig», sagt Rhyner. «Dennoch wollen wir gewinnen. Immerhin haben wir mit Einsiedeln noch eine Rechnung offen.»

Den Gegner studieren

In der Vorrunde unterlag der STV St. Gallen Einsiedeln auswärts 2:3. «Damals hatten die Spielerinnen Mühe, die taktischen Vorgaben umzusetzen», sagt Rhyner. Erst im dritten Satz ging der Knopf auf. Für den Sieg reichte es jedoch nicht mehr. Vor jeder Partie studiert der Trainer anhand von Videos den Gegner: Was macht er in welchen Situationen? Was sind seine Stärken? «Es gibt uns Sicherheit, wenn wir wissen, was auf uns zukommt», sagt Rhyner. Denn die jungen Volleyballerinnen spielen noch nicht lange auf diesem Niveau. «Ihnen fehlt noch immer die Erfahrung», sagt Rhyner. Diese wollen sie nun auch im Halbfinal erweitern.

Libera hinterlässt Lücke

Wie St. Gallen hatte auch Andwil-Arnegg in den vergangenen Partien Mühe und musste Niederlagen einstecken. Seit Weihnachten tritt das Team von Trainer Silvan Ledergerber ohne die Libera Mia Huber an. Diese weilte in den vergangenen Wochen im Ausland. «Man kann Mia nicht eins zu eins ersetzen», sagt Ledergerber. «Nicht nur aus sportlicher Sicht.» Huber war eine wichtige Figur im Team und konnte dieses in schwierigen Momenten mitreissen.

Nach drei Niederlagen hintereinander gewann Andwil-Arnegg am vergangenen Wochenende auswärts gegen Einsiedeln 3:2. «Dieser Sieg tat uns gut», sagt Ledergerber. Das neugewonnene Selbstvertrauen hat das Team im Hinblick auf das morgige Spiel nötig. Denn um 15 Uhr empfängt Andwil-Arnegg mit Kreuzlingen einen starken Gegner. Die Thurgauerinnen gingen in dieser Saison lediglich in 3 von 17 Partien als Verliererinnen vom Feld. Gegen Andwil-Arnegg gewann Kreuzlingen Mitte Dezember 3:0. Die Satzverhältnisse zeigen jedoch, dass die St. Gallerinnen durchaus Chancen hatten: Bei 26:28, 12:25 und 22:25 hätte die Partie auch anders ausgehen können. «Die Motivation ist gross», sagt Ledergerber. «Immerhin könnte es unser letztes Spiel in dieser Saison sein.»

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