Das Leck ist weg

Wasserwart Ferdi Huwiler kann aufatmen: Nach wochenlanger Suche hat er das Leck im Häggenschwiler Leitungsnetz gefunden. Ein Wermutstropfen aber bleibt.

Martina Kaiser
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Schuld ist die Muffe: Wasserwart Ferdi Huwiler repariert das Leitungsleck im Gebiet Locherhof. (Bild: Ralph Ribi)

Schuld ist die Muffe: Wasserwart Ferdi Huwiler repariert das Leitungsleck im Gebiet Locherhof. (Bild: Ralph Ribi)

Häggenschwil. Es passierte dort, wo er es am wenigsten vermutet hätte. Oberhalb des Dorfes, im Weiler Locherhof. Zwischen Bauernhof und Bach. Dort, wo ein Teil der Wasserleitung bereits vor vier Jahren erneuert wurde. Wasserwart Ferdi Huwiler steht neben dem eben ausgehobenen Graben und blickt auf das freigelegte Rohr unter ihm. Ein Eternitrohr, das rechts durch eine sogenannte Muffe mit dem neuen Kunststoffrohr verbunden ist. Huwiler ist erleichtert. Nach wochenlanger Suche hat er das Leck endlich gefunden. Ein solches ist allerdings nicht zu sehen. Nur die Pfütze unterhalb der Muffe lässt eine undichte Stelle erahnen.

Übeltäter Gummiring

«Wahrscheinlich war es der Gummiring in der Muffe», murmelt Ferdi Huwiler in seine Schutzmaske, während er in den schlammigen Graben steigt. Er greift nach der Motorsäge und schneidet einen Teil des Eternitrohres ab. Dann schraubt er die Muffe vom Kunststoffrohr, nimmt sie auseinander und präsentiert den mutmasslichen Übeltäter: einen blauen Gummiring. Nein, das müsse nicht heissen, dass die Firma, die damals das neue Rohr verlegte, auch schlampig gearbeitet habe: «Wahrscheinlich wurde der Gummi einfach durch die Erdbewegungen verschoben.»

Die Folge davon: Die Gemeinde verlor alleine im vergangenen Jahr 50 671 Liter Trinkwasser. Das sind fast 30 Prozent der bezogenen Wassermenge (Tagblatt vom 30. April und 7. Mai). Zwar fand Ferdi Huwiler beim Messen zwei winzige Lecks in einer Leitung unterhalb der alten Konstanzerstrasse in Lömmenschwil. Doch das war alles andere als befriedigend. Dann vergangene Woche die Überraschung im Locherhof: 30 Liter Wasser pro Minute, die ungesehen ins Erdreich und weiter in den Bach fliessen konnten.

Eine teure Suche

Die Suche nach dem Leck war nicht nur ärgerlich und zeitaufwendig, sondern vor allem eines: teuer. «100 000 Franken werden nicht reichen», vermutet Ferdi Huwiler. Die Kosten bezahlt die Gruppenwasserversorgung BHW, der nebst Häggenschwil auch Wittenbach, Berg SG, Waldkirch, Bernhardzell und Freidorf angehören.

Dunkle Wolken ziehen auf. Jetzt muss es schnell gehen. Der Wasserwart holt ein neues Kunststoffrohr aus seinem Lieferwagen und schneidet ein zwei Meter langes Stück ab. Das eine Ende schweisst er mit dem bestehenden Kunststoffrohr zusammen, das andere befestigt er mit einer massiven Stahlmuffe am Eternitrohr. Dann gibt er Druck auf die Leitung, lässt das Wasser durch sie hindurchfliessen. Wieder klettert er in den Graben, prüft das neue Rohr Millimeter um Millimeter. Ferdi Huwiler ist zufrieden mit seiner Arbeit und überlässt das Terrain der örtlichen Baufirma. Jetzt fehle nur noch eines für den perfekten Feierabend: ein warmes Bad.

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