Das könnte die Fusion gefährden

Gemeindefusionen sind in der Regel keine Liebes-, sondern Vernunftehen. Ob die Stimmbürger von Gossau, Andwil und der Schulgemeinde Andwil-Arnegg zum Jawort bereit sind, wird zu einem gewichtigen Teil davon abhängen, wie gross die Mitgift des Kantons ausfällt.

Johannes Wey
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Gemeindefusionen sind in der Regel keine Liebes-, sondern Vernunftehen. Ob die Stimmbürger von Gossau, Andwil und der Schulgemeinde Andwil-Arnegg zum Jawort bereit sind, wird zu einem gewichtigen Teil davon abhängen, wie gross die Mitgift des Kantons ausfällt. Dieser will Fusionen fördern und gewährt deshalb Beiträge daran.

Mit konkreten Zahlen rechnete man in den drei Gemeinden für diesen Monat. Nun geht das Warten weiter, der Kanton will seine Förderpolitik überdenken. Die Folgen für das Fusionsprojekt AndGo!2016 könnten über das Ärgernis einer Verzögerung hinausgehen. Obwohl die Verantwortlichen das Projekt in sportlichem Tempo aufgegleist haben, kommen sie zu spät, um noch Förderbeiträge nach den bisherigen Spielregeln zu erhalten.

Angesichts der finanziellen Lage des Kantons müssen Gossauer, Andwiler und Arnegger befürchten, dass die Förderbeiträge künftig weniger grosszügig ausfallen. Kommt hinzu, dass mit dem Inhalt des Topfs, aus dem die Förderbeiträge geschöpft werden, auch der kantonale Steuerfuss stabil gehalten wird. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten nehmen die Verteilkämpfe um diese Gelder zu.

Sollten sich die Stimmbürger im kommenden Jahr gegen die Fusion aussprechen, werden die Emotionen sicher eine Hauptrolle gespielt haben. Gut möglich ist aber auch, dass der Entscheid des Kantons, jetzt die Spielregeln zu ändern, die Fusion finanziell weniger attraktiv macht. Und damit vielleicht sogar den Ausschlag für ein Nein gibt.

johannes.wey@tagblatt.ch