Das Klanghaus nimmt Form an

Das Projekt Klanghaus Toggenburg ist weiterentwickelt worden: Gestern wurde das Vorprojekt in Wildhaus der Bevölkerung vorgestellt. Die Regierung lässt nun eine Botschaft zuhanden des Kantonsrates ausarbeiten.

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Das visualisierte Klanghaus-Projekt auf dem Grundstück Seegüetli am Schwendisee – bestmöglich in die Natur und Landschaft integriert. (Bild: Heinrich Helfenstein)

Das visualisierte Klanghaus-Projekt auf dem Grundstück Seegüetli am Schwendisee – bestmöglich in die Natur und Landschaft integriert. (Bild: Heinrich Helfenstein)

WILDHAUS. Ein Y-förmiger, harmonisch gegliederter Holzbau, der optimal in die Landschaft passt: So präsentiert sich das Klanghaus Toggenburg, wie es das Zürcher Büro Meili, Peter Architekten entworfen hat. Das jetzt vorliegende Vorprojekt ist die Weiterbearbeitung des Projekts, das als Sieger aus dem Thesenwettbewerb von 2010 hervorging. Der sensible Ansatz der Architekten: ein in die Natur integriertes Klanghaus zu bauen, das selber als Klangkörper funktioniert – ein Haus, dessen Akustik sich dank mobiler Wände verändern lässt.

Der Bau beherbergt vier Musikräume, eine Stube, Küche sowie diverse Technikräume. Die akustisch einmaligen Probe- und Arbeitsräume des Klanghauses Toggenburg sollen Musik- und Gesangsgruppen, Chören und Orchestern offenstehen – regional und national wie international, professionellen Gruppen wie engagierten Laien. Damit soll nicht zuletzt auch der Tourismus gefördert werden.

Erwerb weiterer Grundstücke

In Wildhaus stellten die St. Galler Regierungsräte Willi Haag (Baudepartement) und Martin Klöti (Departement des Innern) sowie der verantwortliche Architekt Marcel Meili gestern abend das Vorprojekt der Bevölkerung vor. Nadja Räss, Intendantin der Klangwelt, betonte, dass das Klanghaus zum Zentrum der KlangWelt Toggenburg werden soll – zum Anziehungspunkt für Künstler- und Laiengruppen aus der Schweiz und der ganzen Welt.

Bis es so weit ist, müssen allerdings noch einige Hürden genommen werden. Im Jahr 2010 erwarb der Kanton die Liegenschaft Seegüetli am Schwendisee. Das Baugrundstück befindet sich am Rande einer Zone, die unter Landschafts- und Naturschutz steht. Um das Gebäude besser in die Landschaft einzubetten, hat man es nun leicht nach Norden versetzt. Dadurch wird auch dem Verlangen der Naturschutzinstanzen nach Vergrösserung der Uferschutzzone entsprochen.

Um den weiteren Auflagen zu genügen, werden die Schwendiseestrasse verlegt und die bestehenden Parkplätze neu angeordnet. Das führt zum Kauf von Grundstücken und zum Bau einer Brücke über den Seebach. Für die verkehrstechnische Erschliessung des Klanghauses wird ein detailliertes Konzept ausgearbeitet; dabei geht man davon aus, dass grössere Gruppen per Car oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen und im Raum Schwendi übernachten. Dadurch können die meisten Kursteilnehmenden zu Fuss zum Klanghaus gelangen.

Suche nach privaten Mitteln

Gemäss Vorprojekt belaufen sich die Erstellungskosten für das Klanghaus Toggenburg auf 28 Millionen Franken, inklusive Strassenverlegung, zusätzliche Grundstückkäufe, Ersatzparkplatz beim Hotel Alpenrose und Bauherrenreserve. Angesichts der finanziellen Rahmenbedingungen des Kantons sind laut Mitteilung «alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die zu einer Reduktion der Investitionskosten beitragen». Darunter falle die Suche nach privaten Mitteln, um den Bau des Klanghauses mitzufinanzieren – angestrebt sind 5 Millionen als Beitrag an die Investitionskosten.

Die Betriebskosten können heute erst geschätzt werden. Das Betriebsbudget des Klanghauses geht von 670 000 bis 700 000 Franken jährlich aus, was sich im Rahmen anderer Kulturinfrastruktur-Projekte des Kantons bewege. Zwei Drittel davon sind über Beiträge von Privaten und der öffentlichen Hand zu finanzieren; der kantonale Kulturförderbeitrag müsste also aufgestockt werden.

Im Hinblick auf die Botschaft für den Kantonsrat wird 2013 das Bauprojekt vertieft und der Businessplan verfeinert. Anschliessend wird das Projekt der Regierung zur Genehmigung vorgelegt, bevor die parlamentarische Beratung startet. (mel)

Modell des Y-förmigen Holzbaus.

Modell des Y-förmigen Holzbaus.

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