Das Kinderfest überstrahlte alles

Das gesellschaftliche und kulturelle Leben in der Stadt war im zu Ende gehenden Jahr geprägt von Freiluftveranstaltungen, mit denen es Petrus fast ausnahmslos gut meinte. Ein Anlass hat mit seiner Grösse und seiner festlichen Note alles übertroffen: Das Kinderfest vom 12. Juni.

Daniel Wirth
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Der Kinderfestumzug: Wie hier auf dem Bohl säumten Zehntausende Plätze und Strassen in der Innenstadt und applaudierten den Schulkindern. (Bild: Donato Caspari)

Der Kinderfestumzug: Wie hier auf dem Bohl säumten Zehntausende Plätze und Strassen in der Innenstadt und applaudierten den Schulkindern. (Bild: Donato Caspari)

Circa ein halbes Dutzend Mal musste das Kinderfest 2015 wegen schlechten Wetters oder anderer Grossveranstaltungen wie dem CSIO verschoben werden. Doch das Harren der Wetterkommission des Organisationskomitees auf einen idealen Tag zahlte sich aus: Es war der Freitag, der 12. Juni, als morgens um 6 Uhr auf den Hügeln der Stadt Böllerschüsse das Kinderfest ankündigten. Geschätzte 30 000 Personen säumten am Morgen die Strassen und Plätze der Innenstadt, um sich den Kinderfest-Umzug anzuschauen. Die rund 5000 Kinder, 600 Lehrerinnen und Lehrer und ebenso viele Musikanten hatten sich in feines Tuch gehüllt, viel Chic und Eleganz prägten das Bild, wobei die Farbe Weiss hervorstach. Auf der Kinderfestwiese weilten am Nachmittag und am Abend insgesamt rund 50 000 Personen: Kinder, Eltern, Grosseltern, Heimweh-St. Galler: Tout Saint Gall versammelte sich auf dem Rosenberg. Nicht wenige holten sich einen Sonnenbrand. Schuldirektor Markus Buschor war am Abend des Kinderfestes, als er eine erste Bilanz zog, nur eines: «Stolz auf die Stadt St. Gallen.»

Alles andere im gewohnten Stil

Das gesellschaftliche und kulturelle Leben in der Stadt nahm 2015 mit Ausnahme des nur alle drei Jahre stattfindenden Kinderfestes seinen gewohnten Lauf. Am 12. Februar wurde der in St. Gallen lebende Chef der Bundeshausredaktion des Schweizer Fernsehens, Hanspeter Trütsch, als 41. Ehrenfödlebürger mit der Konfettikanone in den Ehren-Föbü-Himmel befördert. Trütsch wurde beim Verschuss beim Vadian-Denkmal leicht verletzt. Am 28. Februar wurde in der Hauptpost die neue Grossbibliothek eröffnet. Am Tag der offenen Tür kamen rund 2500 Personen und schauten sich die neue Bibliothek an, die sich mittlerweile etabliert hat.

Am 20. März gab es in der Stadt eine partielle Sonnenfinsternis zu beobachten. Schutzbrillen waren rar. Sie wurden in den Gassen und auf Plätzen zum Tauschobjekt; man half sich.

Am 25. April wurde wieder das Honky-Tonk-Musikfestival ausgetragen. Die Verlegung vom Freitag auf den Samstag hat sich bewährt: 7000 Personen besuchten die Konzerte in den Bars und Beizen.

Am zweiten Maiwochenende lockte das Gauklerfestival «Aufgetischt!» 35 000 Besucher in die Altstadt. Der Anlass, der seinen Ursprung 2012 beim Gallusjubiläum hatte, ist heute fix im Veranstaltungskalender der Stadt.

Das gilt auch für die St. Galler Festspiele, die in diesem Jahr bereits zum 10. Mal stattfanden. Ungefähr 8500 Besucher sahen die selten gespielte Verdi-Oper «I due Foscari» vor den Türmen der Kathedrale.

Vom 25. bis 28. Juni ging im Sittertobel das 39. OpenAir über die Bühne. Es war schon Monate zuvor ausverkauft gewesen. Das Festival mit internationaler Ausstrahlung war ein Happening vorwiegend junger Musikfans. Für Schlagzeilen sorgten in diesem Jahr brennende Strohballen.

100 000 am St. Galler Fest

Während der Frühling und der Frühsommer relativ nass gewesen waren, war der Sommer 2015 heiss und trocken (siehe Zweittest «Auf Loipen und Balkonen»). Die Gartenbeizen in der Stadt waren mehrere Wochen gut gefüllt: Das Leben in der Stadt spielte sich draussen ab. So auch am 14. und 15. August: Das diesjährige St. Galler Fest lockte an zwei Tagen rund 100 000 Besucher an – obschon es zeitweise regnete wurde viel Bier getrunken. Das Fest verlief friedlich.

Fans des FC St. Gallen hatten keinen schönen Sommer. Die Mannschaft hatte eine Baisse. Der beliebte luxemburgische Trainer Jeff Saibene warf am 1. September das Handtuch. Der Deutsche Josef Zinnbauer übernimmt einige Wochen später.

Im Frauen- und Familienbad auf Dreilinden fand Mitte September das Weihern-Unplugged-Festival statt. Zum ersten Mal offiziell durften alkoholische Getränke konsumiert werden. 1800 Musikfans kamen ans kleine, aber feine Festival.

Am 8. Oktober wurde die 73. Olma eröffnet. Die Messe lockte 375 000 Besucher an. Zwischenfälle wie 2014 gab es keine.

Der Weihnachtsmarkt auf dem Bohl war 2015 speziell wegen des äusserst milden Wetters.

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