«Das ist nur eine Zwischenlösung»

Immer mehr Leute überlegen sich, Flüchtlinge privat aufzunehmen. Auch viele Passantinnen und Passanten in der Stadt zeigen sich dazu bereit. Nicht alle aber haben dafür genug Platz, und die meisten sind sich darin einig, dass dieses private Engagement nicht ausreicht.

Text: Patrick Tobler Bilder: Elina Grünert
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Flüchtlinge kommen am Bahnhof von Buchs an. (Bild: Urs Bucher)

Flüchtlinge kommen am Bahnhof von Buchs an. (Bild: Urs Bucher)

Ich wäre bereit, Flüchtlinge bei mir zu Hause aufzunehmen. Es würde aber nur eine Person in meinem Alter in Frage kommen, da ich in einer WG wohne. Um Familien mit Kindern könnte ich mich nicht kümmern.

Leider hätte ich keinen Platz, um Flüchtlinge bei mir aufzunehmen, da meine Wohnung gleichzeitig mein Arbeitsplatz ist. Die Hetzkampagne, die gegen Asylsuchende läuft, ist bedenklich.

Hätte ich mehr Platz zur Verfügung, wäre ich durchaus bereit, Flüchtlinge aufzunehmen. Jedoch liegen solche Aufgaben primär beim Staat. Dieser sollte sich dafür einsetzen, dass mehr Plätze für Asylsuchende geschaffen werden. Es ist schön zu sehen, wie sich die Zivilgesellschaft engagiert.

Flüchtlinge bei Privatpersonen unterzubringen, finde ich eine sehr schöne Sache. Jedoch ist das wohl nur eine Zwischenlösung. Die Staatengemeinschaft sollte zusammen mit Nicht-Regierungs-Organisationen versuchen, die Lebenssituation der Menschen vor Ort zu verbessern.

Der Staat soll Privatpersonen, die Asylsuchende aufnehmen möchten, bestmöglich begleiten, denn die Flüchtlinge haben viel durchgemacht. Ausserdem sollte versucht werden, Ängste und Vorurteile abzubauen, und zwar auf beiden Seiten.

Ich habe heute morgen mit meinem Mitbewohner diskutiert, ob wir in unserer WG Flüchtlinge aufnehmen sollen. Da wir momentan Platz zur Verfügung haben, ziehen wir das auf jeden Fall in Betracht. Grundsätzlich wäre aber eine aktive Wirtschaftshilfe in den betroffenen Ländern eine bessere Lösung.

Viele unterschätzen die Herausforderungen, die entstehen, wenn unterschiedliche Kulturen aufeinandertreffen. Darum ist der Staat jetzt in der Pflicht, Regelungen durchzusetzen, wie Asylsuchende bei Privatpersonen unterkommen können. Der Bundesrat kommuniziert nicht transparent genug, was Ängste und Unsicherheit in der Bevölkerung verursacht.

Ich könnte bei mir zu Hause keine Flüchtlinge aufnehmen, da ich mit der Situation völlig überfordert wäre. Diese Menschen haben schlimme Dinge erlebt und sollten von kompetenten Leuten betreut werden. Es ist aber schön, die Unterstützung der Bevölkerung zu sehen.

Ich finde es gut, dass es Leute gibt, welche Flüchtlinge aufnehmen. Ich hätte dafür jedoch keine Zeit. Und wenn man keine Zeit hat, sich als Gastgeber um die aufgenommenen Flüchtlinge zu kümmern, bringt es nicht viel, da so keine Integration stattfindet. Die Schweiz hat sicher noch mehr Kapazität, was die Aufnahme von Flüchtlingen angeht.

Bild: Gino Giacopuzzi, 60 Stadtangestellter, St. Gallen

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Bild: Gino Giacopuzzi, 60 Stadtangestellter, St. Gallen

Bild: Gino Giacopuzzi, 60 Stadtangestellter, St. Gallen

Bild: Gino Giacopuzzi, 60 Stadtangestellter, St. Gallen

Bild: Gino Giacopuzzi, 60 Stadtangestellter, St. Gallen

Bild: Gino Giacopuzzi, 60 Stadtangestellter, St. Gallen

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Bild: Gino Giacopuzzi, 60 Stadtangestellter, St. Gallen

Bild: Gino Giacopuzzi, 60 Stadtangestellter, St. Gallen

Bild: Gino Giacopuzzi, 60 Stadtangestellter, St. Gallen

Bild: Gino Giacopuzzi, 60 Stadtangestellter, St. Gallen

Bild: Gino Giacopuzzi, 60 Stadtangestellter, St. Gallen

Bild: Gino Giacopuzzi, 60 Stadtangestellter, St. Gallen

Bild: Gino Giacopuzzi, 60 Stadtangestellter, St. Gallen

Bild: Gino Giacopuzzi, 60 Stadtangestellter, St. Gallen

Bild: Gino Giacopuzzi, 60 Stadtangestellter, St. Gallen

Bild: Gino Giacopuzzi, 60 Stadtangestellter, St. Gallen