«Das ist ein Abbau des Service public»

Das Komitee «Unsere Post muss bleiben», dem auch SP-Stadtparlamentarier Martin Boesch angehört, hat gegen die Umwandlung dreier Poststellen in Agenturen in der Stadt gekämpft – vergeblich. Der Einsatz habe sich dennoch gelohnt.

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Martin Boesch Mitglied des Komitees «Unsere Post muss bleiben» (Bild: Benjamin Manser)

Martin Boesch Mitglied des Komitees «Unsere Post muss bleiben» (Bild: Benjamin Manser)

Das Komitee «Unsere Post muss bleiben», dem auch SP-Stadtparlamentarier Martin Boesch angehört, hat gegen die Umwandlung dreier Poststellen in Agenturen in der Stadt gekämpft – vergeblich. Der Einsatz habe sich dennoch gelohnt.

Herr Boesch, nach den Poststellen im Riethüsli und in St. Georgen wird auch jene in St. Fiden geschlossen beziehungsweise in eine Agentur umgewandelt. Sie haben bis zuletzt um einen Verbleib gekämpft. Wie lautet ihr Fazit?

Ich bin ernüchtert. Gerade in St. Fiden hätte ich von der Stadt erwartet, dass sie sich nochmals für einen Erhalt der Poststelle stark macht.

Warum gerade bei dieser Poststelle?

Anders als die anderen beiden Poststellen hat St. Fiden eine Zentrumsfunktion. Sie liegt in einem Einkaufszentrum und ist nicht nur für die dort ansässigen Geschäfte, sondern auch für die anderen Gewerbebetriebe in der Umgebung wichtig. Bareinzahlungen beispielsweise können in einer Agentur nicht getätigt werden. Insofern ist es ganz klar ein Abbau des Service public.

Stadtpräsident Thomas Scheitlin hat aber noch Anfang 2013, als die Post die Pläne zur Anpassung des städtischen Poststellennetzes präsentierte, davon gesprochen, dass sich die postalische Versorgung nicht verschlechtere.

Ich bin anderer Meinung. Eine Agentur bietet nun mal nicht dieselben Dienstleistungen an wie eine richtige Poststelle, gerade für das Gewerbe. Wenn die Stadt darauf verweist, dass es ein solches Angebot in der Hauptpost gibt, dann ist das zynisch. Zumal die Parkiermöglichkeiten rund um die Hauptpost beschränkt sind.

St. Fiden ist eine von acht Lehrlingspoststellen in der Schweiz. Ab nächstem Sommer übernimmt die Post Bruggen diese Funktion. Ist das wenigstens ein Teilerfolg?

Ja. Es ist erfreulich, dass die Lehrlingspoststelle nicht aufgegeben wird. Ich erwarte aber von der Post, dass sie für jene Angestellte in Bruggen, die wegen der Lehrlinge auf andere Filialen in der Stadt verschoben werden, gute Lösungen findet.

Eine solche wird es dereinst wohl auch für die Hauptpost brauchen. Die Post erwägt auch dort eine Veränderung. Bleiben Sie wachsam?

Auf jeden Fall. Denn gerade die Hauptpost braucht es an einem so zentralen Ort. Vielleicht muss es aber eine andere Lösung für das Gewerbe geben. (dag)