Das Haus des Carl Gustav Jung

Der Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung (1875 bis 1961) kaufte die Liegenschaft in Oberbollingen 1922 nach dem Tod seiner Mutter. Hier schrieb und malte er.

Marc Allemann
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C. G. Jungs mittelalterlich anmutendes Gebäude.

C. G. Jungs mittelalterlich anmutendes Gebäude.

RAPPERSWIL-JONA. C. G. Jung, der im Kanton St. Gallen am See zur Welt kam, gilt als Begründer der analytischen Psychologie. Er gehört mit Sigmund Freud und Alfred Adler zu den drei Wegbereitern der modernen Tiefenpsychologie.

Mütterliche Stätte

Der heute noch stehende Gebäudekomplex in Oberbollingen wurde während eines Zeitraums von zwölf Jahren erbaut. Jung begann mit dem einen Zentralbau, dem weitere Anbauten folgten. Die Gebäude sollten sein Verständnis der menschlichen Psyche reflektieren. Es sei eine «mütterliche Stätte», die den «Urgefühlen des Menschen» entspreche.

Zeit seines Lebens verbrachte er jedes Jahr mehrere Monate in Bollingen. Die Abgeschiedenheit seines «Turms» nutzte er, um zu schreiben und zu malen. Auch Skulpturen fertigte er in Oberbollingen an.

Selber eingeheizt

Jung sagte einer Biographin: «Ich habe auf Elektrizität verzichtet und heize selber Herd und Ofen. Abends zünde ich die alten Lampen an. Gedanken tauchen auf, die in Jahrhunderte zurückreichen und dementsprechend ferne Zukunft antizipieren.»

C. G. Jung starb am 6. Juni 1961 in Küsnacht. Heute gehört die historisch bedeutende Liegenschaft einer Stiftung. Sie ist nicht öffentlich zugänglich. (mal)