Das Grümpi – ein Fest für alle

BERG SG. Am Wochenende trafen sich 86 Mannschaften zum 44. Grümpelturnier in Berg. Nach fünf Jahrzehnten ist das Konzept noch immer dasselbe: Der Erlös geht zugunsten des Schülerskilagers.

Fritz Heinze
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Godi Hilpertshauser spielte früher aktiv mit – manchmal barfuss. (Bild: Fritz Heinze)

Godi Hilpertshauser spielte früher aktiv mit – manchmal barfuss. (Bild: Fritz Heinze)

Eine knappe Woche vor der Austragung des Grümpelturniers in Berg werden die Helferinnen und Helfer jeweils aktiv. Sie bauen das Festzelt auf, bereiten die drei Spielplätze vor, richten die Gastronomie ein und erledigen noch vieles mehr. Für den 53jährigen Daniel Brandes und den 66jährigen Traugott (Godi) Hilpertshauser, der während über zwölf Jahren Festwirt war, beginnen damit einige arbeitsintensive Tage im Jahr.

Die beiden sind Urgesteine des Berger Grümpelturniers, auch wenn sie noch nicht ganz seit den Anfängen des Turniers als Organisatoren dabei sind – Hilpertshauser ist 1974 nach Berg gezogen, und Brandes hat bereits in seiner Jugendzeit am Grümpi gekickt. Die Hauptmotivation ist in all den Jahren seit der ersten Auflage des Grümpis gleich geblieben: Man will etwas ans Schulskilager beisteuern.

«Früher wurde improvisiert»

Während das Turnier heute auf der Schulsportwiese stattfindet, wurde es früher im Dorfkern beim alten Schulhaus durchgeführt. Daniel Brandes, der ehemalige Bauchef, erinnert sich: «Das Festzelt wurde mit viel Improvisation aufgestellt, mit Holzlatten und Seilen. Mit dem Aufbau waren wir die ganze Woche beschäftigt. Heute lässt sich die Arbeit bedeutend einfacher erledigen.»

Immer genug Helfer an der Zahl

Was die Zahl der Helfer anbelangt, sind die beiden Grümpeli-Akteure guter Dinge: «Wir haben stets genug Leute, die sich für das gute Gelingen einsetzen.» Gelegentlich bekämen sie auch Anfragen, ob sie noch zusätzlich Helfer gebrauchen könnten. Die Zielsetzungen der Organisatoren des Grümpelturniers haben sich im Verlauf der Jahre nicht geändert.

Oberstes Ziel ist der finanzielle Zustupf von rund 7000 Franken an das Schulskilager. Dazu haben sich die Organisatoren verpflichtet. Und an dieser Verpflichtung wird seit der ersten Austragung vor 44 Jahren festgehalten. Auch die neue Kommission, deren Neukonstituierung gleichzeitig einen Generationenwechsel darstellt, hält an diesem Konzept fest. Aber ebenso wichtig ist das Grümpi als Dorffest, an dem fast alle Einwohner in irgendeiner Form beteiligt sind.

Eine lose Gruppierung

Anders als in anderen Gemeinden steht in Berg kein Verein hinter dem Anlass. Die Gründung eines solchen wurde über die Jahrzehnte nicht für notwendig gehalten. Die lose Gruppierung, die sich jedes Jahr für die Vorbereitung des Anlasses zusammenfindet, steht zu ihrer Aufgabe. Sie setzt sich aus Dorfbewohnern zusammen. Es sind auch Eltern dabei, deren Kinder ins Skilager gehen oder in der Vergangenheit dabei waren.

Neuerungen nicht abgeneigt

Neuerungen organisatorischer Art ist man aber nicht abgeneigt. Es werde eine optimale Nutzung des Zeltes angestrebt und mit der Veranstaltung am Freitagabend auch etwas für die junge Generation getan, sagt OK-Präsident Toni Helfenberger. Zum 40-Jahr-Jubiläum habe man erstmals einen Anlass am Freitagabend organisiert. Er habe sich bewährt. «Und nächstes Jahr dürfte voraussichtlich auch der Eintritt für den Abendanlass wegfallen», sagt der Präsident.

Barfuss auf dem Spielfeld

Der Blick auf ihre aktive Grümpi-Zeit erinnert Godi Hilpertshauser und Daniel Brandes daran, dass weder Fussballschuhe noch Schienbeinschoner damals ein Thema waren. Brandes meint dazu: «Gelegentlich spielten wir auch barfuss am Grümpelturnier.» In diesem Punkt sind die gravierenden Veränderungen im Grümpelturnierwesen zu finden. Die Suva fördert mit ihrer finanziellen Unterstützung einen sportlichen und möglichst unfallfreien Verlauf der Wettkämpfe.