Das Green ganz in Weiss

WALDKIRCH. Der Golfpark in Waldkirch ist im Wintermodus. Im Moment stehen vor allem Wartungs- und Servicearbeiten an. Auch das Golfspielen ist bei entsprechenden Bedingungen nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

Roman Hertler
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Im Winter können es Golfplatzleiter Stefan Gort (links) und Platzwart Michael Schinnenburg etwas ruhiger nehmen. Zu tun haben sie aber immer. (Bilder: Benjamin Manser)

Im Winter können es Golfplatzleiter Stefan Gort (links) und Platzwart Michael Schinnenburg etwas ruhiger nehmen. Zu tun haben sie aber immer. (Bilder: Benjamin Manser)

Der Golfpark Waldkirch liegt in eine sanfte Hügellandschaft gebettet zwischen Hauptwil und Arnegg. Der Schnee macht das Green derzeit aber unbespielbar. Schnee und Bodenfrost sind nebst allzu starkem Regen die einzigen Bedingungen, zu denen auf dem Platz kein Ball abgeschlagen werden darf. Wenn alles gefroren ist, würden die Grashalme brechen. «Die Wiese würde braun und krank», sagt Golfplatzleiter Stefan Gort. Die Anlage bleibt auch dann gesperrt, wenn der Boden erst oberflächlich aufgetaut ist. Der Rasen würde bei gefrorenem Untergrund zu stark belastet. «Auch daran hätte unser Golfplatz längerfristig keine Freude», sagt Gort.

Der Natur überlassen

Für den Platzwart, im Fachjargon Greenkeeper genannt, ist Wiesenpflege im Moment kein Thema. «Im Winter überlasse ich gerne alles der Natur», sagt Michael Schinnenburg. Gemäht wird grösstenteils nur in der Hauptspielsaison, die etwa von März bis Oktober dauert. Dann wird der Rasen des rund 120 Hektare grossen Geländes dreimal wöchentlich geschnitten. Das Green – also der Bereich, auf dem eingelocht wird – wird dann sogar täglich gemäht.

Steingarten anlegen

Im Januar kann es Schinnenburg jeweils etwas gemächlicher angehen. Er ist mit Service-, Unterhalts- und Bauarbeiten beschäftigt. «Gleich hier hinter dem Clubhaus haben wir einen neuen Steingarten, weiter hinten einen Brunnen und Drainagen angelegt», sagt er. Zudem sind zwei seiner Mitarbeiter mit dem Service sämtlicher Maschinen beschäftigt. Die rund 20 Mähmaschinen werden geschliffen, die Traktoren, Wagen und anderen Geräte werden instand gehalten. «Wir geben unsere Maschinen nicht auswärts, das erledigen wir alles selber», erklärt Schinnenburg, der schon seit Baubeginn der Anlage 1998 in Waldkirch arbeitet.

Konkurrenz aus dem Ausland

Heutzutage spielen einige Schweizer im nahen Ausland Golf – der Kosten wegen. Spürt man die Konkurrenz auch in Waldkirch? «Konkurrenz aus dem süddeutschen Raum gibt es», sagt Golfplatzleiter Stefan Gort. «Die Preise für Tageskarten und Golfkurse sind dort tiefer angesetzt. Das können wir hier aber mit hohen qualitativen Standards ausgleichen.» So seien sowohl die Ansprüche an die Golfplatzpflege als auch an die Ausbildung der Golfer in der Schweiz höher. «Hier ist es sicher schwieriger, die Platzreife zu erlangen, als im Ausland», sagt Gort. «Das erhöht zugleich die Sicherheit.» Es kämen aber immer wieder auch Deutsche nach Waldkirch zum Golfen.

Inhaber des Golfparks, zu dem auch eine Golfschule und ein öffentliches Restaurant gehören, ist die Genossenschaft Migros Ostschweiz. Im Restaurant finden Anlässe wie Hochzeiten, Geburtstage und andere Feierlichkeiten statt.

EM und 140 Turniere

Während viele der 55 bis 60 Angestellten momentan Überstunden kompensieren, ist Stefan Gort mit seinem Team administrativ und organisatorisch immer gut ausgelastet. «Dieses Jahr können wir nebst rund 140 <normalen> Turnieren gleich zwei Europameisterschaften durchführen», sagt er. Im Juli messen sich Parlamentarier aus diversen europäischen Ländern in Waldkirch. Und im September wird in Kooperation mit der HSG die Universitäts-EM ausgetragen.

Wo der Schnee schmilzt, tauchen liegengebliebene Bälle wieder auf. (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

Wo der Schnee schmilzt, tauchen liegengebliebene Bälle wieder auf. (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))