Das Gesellige steht im Vordergrund

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Aktivitäten Der Evaluationsbericht zur Zeitvorsorge gibt nicht nur über Anzahl geleisteter ­Stunden und das Verbesserungspotenzial in der Organisation Aufschluss. Er zeigt auch auf, in welchem Bereich wie viel Zeitvorsorge geleistet wurde. Der Löwenanteil kommt dabei der Kategorie Freizeit und Geselliges zu. Vom Brettspiel über Kaffee und Kuchen bis hin zur gemeinsamen Lektüre wurden im vergangenen Jahr 58 Prozent der insgesamt geleisteten Stunden so verbracht. Zweithäufigste Aktivität ist die Haushaltshilfe mit 15 Prozent, gefolgt vom Fahrdienst und der Entlastung pflegender Angehöriger mit je 9 Prozent. Knapp die Hälfte der Empfängerinnen und Empfänger der Zeitvorsorge ist über 85 Jahre alt, rund zwei Drittel aller Zeitvorsorgenden ist im Alter zwischen 61 und 70 Jahren.

Dabei werden nur 28 Prozent aller Zeitvorsorgenden direkt über die gleichnamige Stiftung vermittelt. Neun weitere Organisationen sind dem Projekt angeschlossen. Einen Fünftel aller Einsätze organisiert die Pro Senectute, weiter beteiligen sich auch die Spitex Centrum, die beiden katholischen Sozialdienste sowie die evangelischen Kirchgemeinden Centrum und Straubenzell, der Hospiz-Dienst, der Schweizerische Zentralverein für das Blindenwesen und der Fahrdienst des Roten Kreuz an der Vermittlung von Zeitvorsorgern und Leistungsbeziehern.

In 30 Jahren doppelt so viele Städter im fragilen Alter

Für die zukünftige Entwicklung prognostiziert der Bericht des Stadtrats einen dramatischen Anstieg der Anzahl Personen über 80, also im «fragilen Lebensalter». Wohnten 2015 noch rund 4300 Personen in diesem Lebensabschnitt in der Stadt, sollen es 2045 bereits rund 9400, also mehr als doppelt so viele sein. Es gelte deshalb, den Grundsatz «Ambulant statt stationär» umzusetzen. Eine verhältnismässig grosse Zahl der Bewohner von Alters- und Pflegeheimen in der Stadt seien nämlich gar nicht oder nur sehr beschränkt auf Pflegeleistungen angewiesen. Heimeintritte fänden teilweise also verfrüht statt. Um das zu ­verhindern, müssten ergänzende Brückenangebote geschaffen werden. Die Zeitvorsorge setzt hier an und will eine Win-win-Situation für Vorsorger und Leistungsbezieher schaffen. Damit sie den gesellschaftlichen Trend umkehren kann, müssen die Zahlen aber steigen – bei Vorsorgern und Empfängern. (ghi)