Das «Gerhalden» wieder in altem Glanz

Das über 100jährige Primarschulhaus Gerhalden hat sich trotz Innensanierung seinen Charme bewahrt. Das klassische Schulzimmer mit Wandtafel und Schwamm gehört aber der Vergangenheit an. In Zukunft kann im «Gerhalden» dafür wieder geturnt werden. Fotografiert hat Coralie Wenger.

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Mittagstisch im Estrich: Für das freiwillige Schulhausangebot wurde zusätzlicher Raum geschaffen. (Bild: Coralie Wenger (Coralie Wenger))

Mittagstisch im Estrich: Für das freiwillige Schulhausangebot wurde zusätzlicher Raum geschaffen. (Bild: Coralie Wenger (Coralie Wenger))

Auf den ersten Blick ist keine Veränderung zu erkennen. Die Leuchten und die Garderobenhaken im Korridor sind noch immer dieselben. Doch der Eindruck täuscht: Das Primarschulhaus «Gerhalden» am östlichen Rosenberg wurde im Innern saniert. Viele der Massnahmen seien «etwas versteckt» und im Hinblick auf den Denkmalschutz umgesetzt worden, sagt Projektleiter Andreas Schneiter vom städtischen Hochbauamt. So wurden die Wände zwar neu gestrichen, aber exakt im gleichen Farbton wie beim Bau des Schulhauses im Jahre 1907.

Das «Gerhalden» hat sich seinen alten Charme bewahrt. Dennoch hat die Moderne Einzug gehalten. Das Gebäude ist dank massiver Betonwände erdbebensicher geworden. Ein neuer, behindertengerechter Lift verbindet die Stockwerke bis zuoberst in den Estrich. Hier lagerte bis vor kurzem noch Gerümpel. Durch den Ausbau hat es jetzt Platz für den Mittagstisch. Eingebaut wurde auch eine grössere, professionell ausgestattete Küche.

Schulzimmer sind mobil

Das klassische Schulzimmer gibt's nicht mehr. Die Wandtafel ist dem elektronischen Smartboard gewichen. Der Schwamm hat ausgedient. Stühle, Pulte und Schränke auf Rädern erlauben eine flexible Sitzordnung. Die Zimmer sind neu durch Türen miteinander verbunden. «Eine kleine Veränderung, die viel Einfluss auf den Unterricht hat», sagt Schulleiter Oliver Rohner. So könne Teamteaching und altersdurchmischtes Lernen gefördert werden. Auch die Umsetzung der integrativen Grundstufe sei einfacher. Seit diesem Schuljahr werden alle Erst- und Zweitklässler in Doppelklassen unterrichtet.

Im «Gerhalden» gehen zurzeit etwa 150 Kinder zur Schule. Für sie ist nach dem Innenumbau mehr Platz entstanden: neue Gruppenräume, Werkräume und eine Bibliothek. Aus dem einstigen «Turnraum» im Erdgeschoss des Gebäudes ist eine Aula geworden. Geturnt wurde dort schon seit vielen Jahren nicht mehr. Die «Gerhalden»-Schüler sind sich gewohnt, dass der Turnunterricht in benachbarten Schulanlagen stattfindet. Nach den Herbstferien soll sich das aber ändern. Dann soll der Bau der neuen Einfachturnhalle abgeschlossen sein.

Unterirdisch in den Hang hineingebaut

Für die neue Turnhalle ging laut Stadtbaumeister Erol Doguoglu kein Quadratmeter der Umgebungsfläche verloren – denn sie wurde unterirdisch in die vorhandene Geländestufe eingebaut. Die Spielwiese bleibt erhalten. Einzig der Hartplatz musste «verschoben» werden: Er befindet sich neu auf dem Dach der Turnhalle, auf gleicher Höhe wie das Schulhaus. Die Innensanierung und der Neubau der Turnhalle kosten 12,6 Millionen Franken. Lea Müller

Im ehemaligen Heizungsraum im Untergeschoss findet heute der Werkunterricht statt. (Bild: Coralie Wenger (Coralie Wenger))

Im ehemaligen Heizungsraum im Untergeschoss findet heute der Werkunterricht statt. (Bild: Coralie Wenger (Coralie Wenger))

Das Lehrerzimmer wird durch eine Glaswand von einem Sitzungszimmer und Gruppenraum getrennt. (Bild: Coralie Wenger (Coralie Wenger))

Das Lehrerzimmer wird durch eine Glaswand von einem Sitzungszimmer und Gruppenraum getrennt. (Bild: Coralie Wenger (Coralie Wenger))

Spielen neben dem Gerhalden-Schulhaus: Der Hartplatz lag ursprünglich eine Etage tiefer neben der grünen Spielwiese. Heute befindet er sich auf dem Dach der unterirdischen Turnhalle. (Bild: Coralie Wenger (Coralie Wenger))

Spielen neben dem Gerhalden-Schulhaus: Der Hartplatz lag ursprünglich eine Etage tiefer neben der grünen Spielwiese. Heute befindet er sich auf dem Dach der unterirdischen Turnhalle. (Bild: Coralie Wenger (Coralie Wenger))

Der Bau der unterirdischen Einfachturnhalle wird erst nach den Herbstferien abgeschlossen sein. (Bild: Coralie Wenger (Coralie Wenger))

Der Bau der unterirdischen Einfachturnhalle wird erst nach den Herbstferien abgeschlossen sein. (Bild: Coralie Wenger (Coralie Wenger))