Das Feldschiessen hat wieder Aufwind

Am vergangenen Wochenende hat das grösste organisierte Schützenfest der Welt (und der grösste Sportanlass der Schweiz) stattgefunden. Nach vielen Jahren des Abwärtstrends spürte das Eidgenössische Feldschiessen diesmal Aufwind: Schweizweit nahmen 129 788 Schützinnen und Schützen teil.

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Gabi Schütz von der Schützengesellschaft Wittenbach lebt in Waldstatt. Ihr Ergebnis: 64 Punkte. (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

Gabi Schütz von der Schützengesellschaft Wittenbach lebt in Waldstatt. Ihr Ergebnis: 64 Punkte. (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

Am vergangenen Wochenende hat das grösste organisierte Schützenfest der Welt (und der grösste Sportanlass der Schweiz) stattgefunden. Nach vielen Jahren des Abwärtstrends spürte das Eidgenössische Feldschiessen diesmal Aufwind: Schweizweit nahmen 129 788 Schützinnen und Schützen teil. Das sind etwa 5000 Personen oder vier Prozent mehr als im Vorjahr.

Bei den 300-Meter-Gewehrschützen betrug der Zuwachs 3410 Personen. Mit der Pistole auf die Distanzen 50 und 25 Meter war insgesamt ein Plus von 1632 Schützinnen und Schützen zu verzeichnen. Von den 145 800 Teilnehmern des Jahres 2006 ist der Grossanlass allerdings noch weit entfernt.

Regionale Erholung seit 2013

Der Regionalschützenverband (RSV) St. Gallen konnte am diesjährigen Feldschiessen wieder ein Teilnehmerplus verzeichnen. 2039 Personen fanden den Weg auf einen der acht Schiessplätze zwischen Gossau und dem Bodensee. Das sind 73 mehr als im Vorjahr. 2015 haben beim RSV St. Gallen 1966 Personen geschossen. 2014 waren es 2319, 2013 2136, 2012 2017 und 2011 rund 2300 Schiessende. Die grosse Differenz zwischen 2014 und 2015 erklärt sich damit, dass die Rekrutenschule auf dem Waffenplatz Herisau-Gossau 2015 nicht mehr am Anlass teilgenommen hat; die Zahl der übrigen Schiessenden blieb damals stabil. Die Zahlen zeigen, dass das Feldschiessen beim RSV St. Gallen – entgegen dem nationalen Trend – bereits seit 2013 eine Aufwärtsbewegung spürt.

Viele gute Resultate

Den Kranz, die Auszeichnung für die besten Resultate, geschossen haben in diesem Jahr beim RSV St. Gallen wieder rund 45 Prozent der Gewehr- und 49 Prozent der Pistolenschützen. Eine positive Bilanz zogen die Verantwortlichen auch über den Ablauf des Anlasses: Alles sei reibungslos und ohne nennenswerte Zwischenfälle über die Bühne gegangen, hiess es bereits am Sonntag in einer Mitteilung.

Typisch schweizerisch

Das Feldschiessen ist eine typisch schweizerische Tradition. Seine Wurzeln reichen bis in die Anfänge der modernen Milizarmee in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Zuerst war der Anlass eine rein militärische Angelegenheit. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich das Feldschiessen allerdings zunehmend auch zu einem Sportanlass. 1996 hob der Bundesrat aber die obligatorische Mitgliedschaft der Wehrpflichtigen in einem Schützenverein auf, was sich auf das Feldschiessen und seine Teilnehmerzahlen auswirkte. (th/vre)

Cécile König von der Schützengesellschaft Wittenbach lebt in Neukirch an der Thur. Ihr Ergebnis: 63 Punkte. (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

Cécile König von der Schützengesellschaft Wittenbach lebt in Neukirch an der Thur. Ihr Ergebnis: 63 Punkte. (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

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