Das Feldmühle-Areal ist verkauft

Ein Jahr nach dem Ende des Betriebs verkauft die Scapa AG das Kerngebiet der einstigen Feldmühle in Rorschach: an die Steiner Investment Foundation. Käuferin und Stadt planen «ein neues urbanes Zentrum».

Fritz Bichsel
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Mögliche Um- und Neubauten auf dem Feldmühle-Areal (rot) und denkbare Neubauten um den Stadtbahnhof (grün). (Bild: Modell: Clerici Müller & Partner)

Mögliche Um- und Neubauten auf dem Feldmühle-Areal (rot) und denkbare Neubauten um den Stadtbahnhof (grün). (Bild: Modell: Clerici Müller & Partner)

Fritz Bichsel

redaktionot

@tagblatt.ch

Die englischen Eigentümer haben die Klebebandproduzentin Scapa AG in Rorschach 2016 aufgegeben und fanden jetzt eine Käuferin für die Liegenschaft mit mehreren Industriegebäuden auf 28500 Quadratmetern Boden. Die in der Kapitalanlage für Schweizer Pensionskassen tätige Stiftung Steiner Investment Foundation (SIF) mit Sitz in Zürich-Oerlikon kauft den Komplex (siehe auch Beitrag auf der Seite «Ostschweiz»). Was der Kern des vor Jahrzehnten aufgegebenen Riesenunternehmens Feldmühle war, will die SIF bis etwa zum Jahr 2025 umbauen oder durch Neubauten ersetzen für Wohnen und Gewerbe. Die Pläne für diese Umnutzung des bisherigen Industrieareals Feldmühle entwickelt die Stiftung in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtrat ­sowie mit städtischen und kantonalen Stellen.

Das Ende der Scapa AG war absehbar. Und nördlich dieses Areals stehen mit den Projekten für den Stadtbahnhof, für einen zentralen Bushof und für einen Strassentunnel zwischen Feldmühle-Areal und Kirchstrasse weitere grosse Veränderungen an. Zudem liegen diese Flächen nahe beim Stadtkern. Deshalb hat dieses Gebiet für den Stadtrat nach Auskunft von Stadtpräsident Thomas Müller «sehr grosse Bedeutung für die Stadtentwicklung». Die Stadtregierung, der Bereich Stadtentwicklung und zugezogene Planer erarbeiteten Konzepte für die Umnutzung oder bauliche Ergänzung zu einem «neuen urbanen Zentrum» von der Pestalozzi- bis zur Kirchstrasse. Diese sind inzwischen weiterentwickelt zu einem schon recht detaillierten Leitplan. Dieser stellt sicher, dass Neu- und Umbauten, Freiräume und Grünbereiche sowie Verkehrsanlagen die städtebaulichen und raumplanerischen Ziele der Stadt erfüllen.

Das Feldmühle-Areal eignet sich im westlichen Teil – gegen die Feldmühlestrasse – eher für Gewerbe und im östlichen Bereich – gegen die evangelische Kirche – auch für Wohnbauten. Es soll gesamthaft umgeteilt werden von der Industriezone in eine Zone für Wohnen und Gewerbe. Dazu können Stimmberechtigte eine Abstimmung verlangen.

Vorgaben und eigene Pläne der Stadt

Neu oder umgebaut wird auf dieser Fläche dann jedoch nach besonderen Vorschriften in einem Gestaltungsplan. Dieser entsteht jetzt in Zusammenarbeit der SIF als Käuferin mit der Stadt aufgrund einer ganzen Reihe von Vorgaben der Stadt: bei der Überbauung an die industrielle Vergangenheit anknüpfen, auch durch die Erhaltung der markantesten Gebäude. Das Areal von West nach Ost zunehmend und auch im Süden, entlang der Pestalozzistrasse, begrünen. Entsprechend der Hangneigung abgestuft bauen ohne Hochhäuser. Flächen reservieren für Portale des geplanten Tunnels unter dem Stadtbahnhof und auch für eine allfällige unterirdische Umfahrung des Stadtkerns. Rechtskräftig wird davon, was dann das Einspracheverfahren übersteht.

Gleichzeitig entwickelt die Stadt ihr Konzept für die angrenzende Umgebung des Stadtbahnhofs weiter. Sie will dort öffentliche und öffentlich zugängliche Bereiche (siehe Plan) aufwerten, die Strassen und Wege dem neuen Verkehrsfluss aufgrund des Tunnels anpassen und Investoren gewinnen für markante Neubauten (siehe Bild).