Das «Feldli» verscherbelt seine Schätze aus 70 Jahren Gastronomie

Ausverkauf

Drucken
Teilen
Ein «Schatzsucher» wurde fündig: Er löst eine gusseiserne Plakette der Brauerei Schützengarten aus der Bar des «Feldli». (Bild: Christoph Renn)

Ein «Schatzsucher» wurde fündig: Er löst eine gusseiserne Plakette der Brauerei Schützengarten aus der Bar des «Feldli». (Bild: Christoph Renn)

Im grossen Saal stapeln sich Stühle, Tische sind keine mehr zu sehen. Nur einige Vorhänge hängen noch. Ganz anders die Bar. Kein Zentimeter des Tresens ist mehr frei. Darauf liegen Zündholzschachteln, Würfelzucker, alte Biergläser und Aschenbecher. Im Restaurant Feldli im Lachen-Quartier wird das gesamte Inventar verkauft. «Eigentlich öffne ich jeweils um 14 Uhr, doch die ersten Interessenten standen gestern schon am Mittag vor der Tür», sagt Inhaber Marcel Egger, der am vergangenen Freitag den Betrieb endgültig eingestellt hat. Ein Wirt aus der Nachbarschaft habe gleich alle Tische mitgenommen.

Vor den neugierigen «Schatzsuchern» ist auch die eingebaute Bar nicht sicher. Ein Mann kniet am Boden, mit Werkzeug ausgerüstet. Wenige Minuten und einige Schweisstropfen später klafft ein Loch in der Holzwand und der Mann hält stolz eine gusseiserne Plakette der Brauerei Schützengarten in die Höhe. «Wie viel kostet sie?», fragt er aufgeregt. «Ich hab sie vor rund 30 Jahren geschenkt bekommen. Gib mir einfach zwei Nötli dafür», entgegnet Egger. Auch beim Silberbesteck der Eltern bleiben die Preise moderat. «Es soll den neuen Besitzern vor allem Freude machen.» In einem Zimmer nebenan fällt sich ein junges Pärchen vor Aufregung in die Arme. Es hat alte, «originale» Mocca-Tassen in Braun entdeckt.

Noch gibt es im ehemaligen Restaurant Feldli einige überraschende Stücke zu entdecken. «Ich führe den Verkauf weiter, bis nichts mehr da ist», sagt Egger. Auch als sein erstes Spielzeug, ein Lastwagen aus Holz, einen neuen Besitzer gefunden hat, vergiesst er keine Träne. «Es ist schön, dass Teile des ‹Feldlis› bei neuen Besitzern weiterleben.» Die neuen Plätze der Gegenstände wird er jedoch nicht mehr sehen. Bald wandert Egger mit seiner Frau nach Thailand aus. «Da brauche ich sowieso nur noch meine Koffer.» (ren)