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Das Ende der Bellevue-Staus

An warmen, sonnigen Tagen werden sich bald wieder endlose Autoschlangen durch Rorschach zwängen. Auslöser dafür ist die Bellevue-Barriere. Damit ist aber bald Schluss. Der Bund gibt grünes Licht für eine Strassenunterführung.
Rudolf Hirtl
Bergbauingenieur Volker Wezig präsentiert im Versuchsstollen eine Tunnelbohrmaschine, wie sie in Rorschach zum Einsatz kommt. (Bild: Michel Canonica)

Bergbauingenieur Volker Wezig präsentiert im Versuchsstollen eine Tunnelbohrmaschine, wie sie in Rorschach zum Einsatz kommt. (Bild: Michel Canonica)

RORSCHACH. An schönen Sommertagen erleidet die Rorschacher Hauptstrasse regelmässig einen Verkehrsinfarkt. Wenn sich die rotweissen Balken der Bellevue-Barriere senken, und das tun sie während über 30 Minuten pro Stunde, dann staut sich der Verkehr längs durch die Stadt bis zur Verzweigung Thurgauer-/ St. Gallerstrasse. Und auch in Richtung Staad ist eine stehende Blechlawine auszumachen. Ein Ärgernis, dass seinem Ende entgegensieht. Bei der Abstimmung vom 28. Februar haben die Rorschacherinnen und Rorschacher überwältigend deutlich der Realisierung der Strassenunterführung beim Bahnhof Stadt zugestimmt. Nun ist der Bund zum Schluss gekommen, dass Synergien aus dem Tunnelvortrieb beim Bäumlistorkel sinnvollerweise genutzt werden müssen.

32,5 Millionen für Rorschach

Für die Umsetzung der Strassenunterführung beim Bahnhof Stadt kommt eine moderne Tunnelbohranlage zum Einsatz, die sich durchs Gestein bohrt, das Ausbruchmaterial abtransportiert und den Fels sichert. Der Einsatz solcher Tunnelbohrmaschinen hängt wesentlich von Wirtschaftlichkeitsüberlegungen in bezug auf Kosten ab. Aus diesem Grund soll die teure Maschine nicht zerlegt und weggeführt werden, sondern wird unmittelbar nach dem Durchstich Feldmühle zur Churerstrasse verschoben, um dort die Grabarbeiten für die Unterführung Bellevue in Angriff zu nehmen.

Möglich macht dies, weil die zusätzliche Fahrbahn an der Oberlandautobahn A53 zwischen dem Brüttiseller Kreuz und Uster überraschend aus dem Zürcher Agglo-Programm gefallen ist; dadurch 32,5 Millionen Franken für Rorschach frei werden. «Als im Bundeshaus darüber debattiert wurde, war mir sofort klar, dass wir diese Chance beim Schopf packen müssen», sagt Thomas Müller, Nationalrat und Bürgermeister der Stadt Rorschach.

Geologischer Glücksfall

Nicht nur die Finanzspritze aus Bern ist ein Glücksfall für Rorschach, auch die Beschaffenheit des Bodens unter dem Bereich Bellevue. Laut Bergbauingenieur Volker Wezig kann auf eine aufwendige und teure Tunnelverkleidung verzichtet werden.

Die Bohrwände bleiben felsig, da aufgrund des harten Gesteins kein Beton notwendig ist; ähnlich wie beim Eisenbahntunnel zwischen St. Fiden und Hauptbahnhof St. Gallen. Auch nach Eröffnung der Unterführung Bellevue, die bis zur Kirchstrasse, Höhe Stadthof führt, bleibt die Barriere im Betrieb. Allerdings erhalten auf der Hauptstrasse Langsamverkehr und Fussgänger Priorität.

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