Das Diktat der Kultur

Das Kantonsparlament will nach dem «Flade»-Geplänkel Taten statt Worte sehen. Eine Redezeitbeschränkung muss her – «auch für die Regierung». Wertvolle Minuten gehen verloren. Geredet wird weiterhin ohne Grenzen. Das Ratsbüro will nach der Mittagspause durchziehen – bis 22 Uhr.

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Das Kantonsparlament will nach dem «Flade»-Geplänkel Taten statt Worte sehen. Eine Redezeitbeschränkung muss her – «auch für die Regierung». Wertvolle Minuten gehen verloren. Geredet wird weiterhin ohne Grenzen. Das Ratsbüro will nach der Mittagspause durchziehen – bis 22 Uhr. Raunen im Saal. Kantonsratspräsident Donat Ledergerber präzisiert: Die 22-Uhr-Benchmark gilt nur, «falls die Oper Attila auf dem Klosterplatz wetterbedingt nicht aufgeführt wird». Um 17 Uhr ist klar – die Freiluftoper wird gespielt, jetzt muss das Parlament die Spardebatte um 20 Uhr beenden, auch wenn das einigen SVP-Kantonsräten nicht passt.

Oper- und Politbetrieb im St. Galler Klosterhof vertragen sich nicht. Während der Festspiel-Aufführungen dürfen ab Vorstellungsbeginn keine Lichter in der Pfalz mehr brennen. Dies trifft nicht nur die ausserordentliche Session, sondern jedes Jahr auch den St. Galler Bischof Markus Büchel, der am Klosterplatz wohnt. (sda/cz)