«Das Beste daraus machen»

Der Umzug der Volksbibliothek ins Happy-Gebäude verzögert sich. Mit Folgen für die Bibliothek. Ihr Präsident Alfred Noser ist nach anfänglicher Enttäuschung wieder optimistisch.

Marion Loher
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Das alte Gemeindehaus: Bis Ende September müssen die Bibliothek und das Finanzamt ausziehen. Die Räume werden umgebaut. (Bild: Luca Linder)

Das alte Gemeindehaus: Bis Ende September müssen die Bibliothek und das Finanzamt ausziehen. Die Räume werden umgebaut. (Bild: Luca Linder)

GOSSAU. Enttäuscht – das war Alfred Noser, Präsident des Vereins Volksbibliothek, als ihm Mitte August die Hiobsbotschaft überbracht wurde. Das Team sei mitten in der Planung des Umzugs gewesen, sagt Noser. «Dann hiess es plötzlich, dass sich der Termin um zwei Monate nach hinten verschieben wird.» Eigentlich hätte die Volksbibliothek am 1. Oktober in die neuen Räume im Happy-Gebäude ziehen sollen. Die Vermieterin, die 3F Immo AG, kann diese jedoch erst ab Anfang Dezember bereitstellen (Ausgabe vom 14. September).

Medien werden ausgelagert

Das wäre alles weit weniger schlimm, wenn der Volksbibliothek nicht die neue Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) im Nacken sitzen würde. Sie wird ihren Betrieb in den ehemaligen Bibliotheksräumen im alten Gemeindehaus am 1. Januar 2013 aufnehmen. Bis dahin müssen diese umgebaut sein. Für die Volksbibliothek bedeutet das: Trotz der Verzögerung muss sie auf Ende September ausziehen. Eine Übergangslösung gibt es nicht. «In ein Provisorium auszuweichen hätte sich nicht gelohnt», sagt Noser. Für sein Team wäre es doppelte Arbeit gewesen; einpacken, auspacken, einpacken und wieder auspacken. «Zudem braucht es auch für ein Provisorium viel mehr als nur gefüllte Regale, wie etwa EDV-Infrastruktur oder Arbeitsplätze. Gemessen an der Dauer des Provisoriums ist der Aufwand schlichtweg zu hoch.» So werden alle nicht ausgeliehenen Medien nun ausgelagert, die Bibliothek bleibt für dreieinhalb Monate geschlossen.

Bei Noser hat in der Zwischenzeit die Enttäuschung einem neuen Optimismus Platz gemacht. «Es ist nun mal, wie es ist», sagt er. «Wir versuchen, das Beste daraus zu machen.» Das Beste, das sind «kundenfreundliche Massnahmen». Für die Zeit, in der die Volksbibliothek nicht geöffnet habe, werde ein Büro eingerichtet. Dort seien die Leiterin und die stellvertretende Leiterin für Fragen telefonisch oder elektronisch erreichbar. «Nur Medien können nicht ausgeliehen oder zurückgebracht werden.» Die Gossauer Leseratten haben aber die Möglichkeit, bis am 29. September – dann hat die Volksbibliothek ein letztes Mal geöffnet – die dreifache Menge an Medien zu beziehen. Bereits am vergangenen Montag, als zum erstenmal von diesem Angebot profitiert werden konnte, seien über 2200 Bücher, DVDs oder CDs über den Bibliothekstisch gegangen. Weiter wird das Abo um drei Monate verlängert – ohne zusätzliche Kosten für den Besitzer. Die Volksbibliothek aber wird dadurch weniger Geld in der Kasse haben. Wer dafür und für die weiteren Mehrkosten, welche die Verzögerung verursacht, aufkommt, ist nach wie vor unklar (siehe Kasten).

Offene Türen im Februar

Klar hingegen ist laut Noser, dass die Bibliotheksmitarbeiterinnen mit der Einrichtung der neuen Räume im Happy-Gebäude von Mitte Dezember bis Mitte Januar ihre ausfallenden Stunden in den Monaten Oktober und November kompensieren werden. Die neue Volksbibliothek soll dann am 14. Januar eröffnet werden. Ein Tag der offenen Tür ist am 9. Februar vorgesehen.