Das Aus für Flurnamen

In Städten gibt es seit über 100 Jahren die strassenweise Adressierung mit aufsteigenden Nummern. Im ländlichen Gebiet, in Streusiedlungen und Weilern, genügten lange Hof- und Flurnamen. Später wurden die Gebäude mit Versicherungsnummern, auch Assekuranznummern genannt, versehen.

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In Städten gibt es seit über 100 Jahren die strassenweise Adressierung mit aufsteigenden Nummern. Im ländlichen Gebiet, in Streusiedlungen und Weilern, genügten lange Hof- und Flurnamen. Später wurden die Gebäude mit Versicherungsnummern, auch Assekuranznummern genannt, versehen. Diese sind jedoch chronologisch und bei der Suche nach einer Adresse kaum dienlich.

Adressen müssen eindeutig sein

Das war so lange unproblematisch, als Briefboten noch «jeden» kannten. Inzwischen wird aber von Rettungs- und Zustelldiensten immer mehr ortsunkundiges Personal eingesetzt – und dies verlangt nach einer «logischen» Numerierung. Deshalb muss die Kombination von Strassennamen und Hausnummer zwingend eindeutig sein. Das Einwohnerregister jeder Schweizer Gemeinde muss für jede registrierte Person eine Wohn- und Zustelladresse samt Postleitzahl enthalten. Die Postleitzahlen und Ortschaftsnamen leiten sich aus dem amtlichen Ortschaftenverzeichnis von Swisstopo – dem Bundesamt für Landestopografie – ab.

Keine Pflichten beiderseits

Die Gemeinden müssen die Adressen in ihren Gebäude- und Wohnungsregistern führen. Dadurch wird das Geodatenportal des Bundes wöchentlich nachgeführt. Die Gemeinden beliefern in der Regel Blaulichtorganisationen, Energie- und Telekomdienstleister und grosse Adressvermarkter direkt. Eine Pflicht besteht aber nicht – auch nicht für die Adressvermarkter, Änderungen zu übernehmen. Hier liegt wohl die Crux. (mw)