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Dank Zucht genug Speisefische

BODENSEE. Das Tagblatt bietet regelmässig Einblicke in die Flora und Fauna unter der Oberfläche des Bodensees. Thema im 6. Teil sind jene Fische, die am häufigsten verzehrt werden. Klare Nummer 1 ist der Felchen, der «Brotfisch» des Bodensees.
Rudolf Hirtl
Der Egli (Flussbarsch) ist einer der beliebtesten Speisefische des Bodensees; begleitet wird er auf dem Bild von einer Schwebegarnele. (Bilder: Tino Dietsche)

Der Egli (Flussbarsch) ist einer der beliebtesten Speisefische des Bodensees; begleitet wird er auf dem Bild von einer Schwebegarnele. (Bilder: Tino Dietsche)

Bodensee. Heute leben noch rund 170 Berufsfischer am Bodensee vom Fischfang. Zwischen Januar und Oktober gehen die sogenannten Edelfische, überwiegend im Süsswasser vorkommende, hochwertige Speisefische ins Netz. Geräuchert, gegrillt, blau oder gebraten landen diese dann in den Küchen heimischer Restaurants. Mit grosser Wahrscheinlichkeit werden Gäste dabei dem Felchen begegnen, denn er ist der eigentliche «Brotfisch» des Bodensees und bildet die Erwerbsgrundlage der Fischer.

Nur einer von 125 im Netz

Um den Bestand zu sichern, wird der Grossteil der im See vorkommenden Felchen in Fischzuchtanstalten ausgebrütet und im See eingesetzt. Den zu Tausenden im See eingesetzten Felchen stehen zahlreiche natürliche Feinde gegenüber. Dies führt dazu, dass laut Schätzungen von Fachleuten pro 125 eingebrachten Fischen einer in den Netzen der Fischer landet. Trotzdem fangen die deutschen und schweizerischen Berufsfischer allein am Untersee jährlich 65 000 bis 100 000 Felchen; gesamt 576 Tonnen.

Ein eindrucksvolles Beispiel über den Nutzen von Fischzuchtanstalten für den Erhalt von Edelfischen ist die Seeforelle, die Anfang der 80er-Jahre beinahe ausgestorben wäre. Ursachen für den dramatischen Bestandesrückgang waren ein hoher Befischungsdruck im See und Aufstiegshindernisse bei der Wanderung zu den Laichgebieten. Mit dem Bau des Kraftwerks Reichenau bei Domat/Ems 1962 waren die Seeforellen von ihren Hauptlaichgebieten im Hinterrhein unterhalb der Albula und im Vorderrhein abgeschnitten. 1983 wurden nur mehr fünf Exemplare beim Kraftwerk gezählt.

Dank erfolgreicher Zucht haben sich die Bestände wieder erholt. Heute sind 500 bis 1000 Tiere beim Laichzug jährlich zu beobachten; ein historischer Erfolg der Fischzuchtanstalt Rorschach. Laut deren Leiter Jörg Schweizer ist es mit der Zucht alleine – jährlich werden in Rorschach über 30 Millionen Wildfische erbrütet – jedoch nicht getan, auch die Ursache muss beseitigt werden. In diesem Fall hat die im Jahr 2000 gebaute Fischtreppe beim Kraftwerk den Weg für Seeforellen zu ihren ursprünglichen Hauptlaichgebieten wieder freigemacht.

Während die Bestände von anderen beliebten Speisefischen wie etwa Egli oder Hecht nicht bedroht sind, ist es für die Rheintaler Nase 5 vor 12. Derzeit beschäftigt sich eine nationale Expertengruppe mit dem raren Fisch, dessen Lebensweise noch beinahe unbekannt ist. Auch für diese bedrohte Fischart dürfte die Zucht die letzte Hoffnung sein.

Als Delikatesse bei heimischen Küchenchefs gilt dank seines knackigen weissen Fleisches der Zander, ein «Fremdling», der 1882 im Bodensee eingesetzt wurde. Als Speisefisch mit dem gewissen Etwas wird auch die Trüsche bezeichnet; beide Fische sind eher selten in den Netzen zu finden, gelten aber nicht als gefährdet.

Dem Aal geht es schlecht

Deutlich schlechter bestellt ist es da um den schlangenartigen Aal, dessen Existenz länderübergreifend als im Bodensee stark gefährdet eingeschätzt wird. Dasselbe gilt für Aalrutte, Bitterling, Schneider, Seesaibling und Strömer. Bereits ausgestorben sind nach Angaben des Landesfischereizentrums Vorarlberg Kilch und Steinbeisser.

Quellen: Plattform Lebendiger Rhein, Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, Bern, Amt für Natur, Jagd und Fischerei, St. Gallen

Die karpfenartige Schleie ist ein im Bodensee gefährdeter Speisefisch.

Die karpfenartige Schleie ist ein im Bodensee gefährdeter Speisefisch.

Die Trüsche (Aalraupe): Selten in den Netzen, aber sehr schmackhaft.

Die Trüsche (Aalraupe): Selten in den Netzen, aber sehr schmackhaft.

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