Dank Baulandverkäufen entschuldet

Der Gemeinderat beantragt an der Bürgerversammlung, den Steuerfuss auf 149 Prozent zu senken. Die Katholiken sollen genehmigen, dass aus der 1762 errichteten Lehner'schen Stiftung nicht nur die Zinsen verwendet werden können.

Peter Beerli
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UNTEREGGEN. In der Mehrzweckhalle Spielbüel treffen sich die Stimmberechtigten am Montag zu den Bürgerversammlungen der Politischen Gemeinde, von Schule und katholischer Kirche. Gemeindepräsident Roger Böni begründet die beantragte Steuerfusssenkung um fünf Prozent mit der Tatsache, dass dank der Baulandverkäufe im Mittlerhof Süd das Verwaltungsvermögen der Politischen Gemeinde und der Schulgemeinde vollständig abgeschrieben und die Bankkredite zurückbezahlt werden konnten. Die Rechnung 2011 der Politischen Gemeinde schloss mit einem Ertragsüberschuss von 409 263 Franken. Für 2012 ist ein solcher von 79 000 Franken budgetiert. Der Gemeindepräsident freut sich auch, dass sich das Umweltprogramm 2012 der Vereinten Nationen mit dem Thema «Fledermaus» mit Untereggens Vernetzungsprojekt zur Förderung ökologischer Ausgleichsflächen deckt. Dieses dient der Artenvielfalt und damit auch des «Braunen Langohrs», das Wälder und offenes Gelände besiedelt.

Die Schülerzahlen sinken

Schulratspräsident Urs Gmünder erwähnt im Jahresrückblick das Tötungsdelikt im Dorf, Vandalenakte beim Kindergarten und zeigt, wie ernsthafte Spannungen unter Schülern angegangen wurden. In den Erläuterungen zum Voranschlag 2012 weist er auf die rückläufigen Schülerzahlen hin. Im Schuljahr 2011/12 besuchten noch 161 Kinder den Kindergarten, die Primarschule und die Oberstufe. 2012/13 sinken die Zahlen auf 159, bis 2015/16 gar auf 139. Der Finanzbedarf der Schule fällt 2012 mit 3 030 300 Franken um 561 554 Franken geringer als im Vorjahr aus.

Vor 250 Jahren vermacht

Präsident Robert Mascherpa vom katholischen Kirchenverwaltungsrat stellt fest, dass 2011 der haushälterische Umgang mit den Steuermitteln Früchte trug. Die Kirchbürger sollen am Montag auch eine Änderung in den Bestimmungen der Lehner'schen Stiftung genehmigen. Pfarrer Johann Lehner hatte bestimmt, aus den Zinsen seines Vermächtnisses einen «tauglichen und frommen Knab aus der Lehner'schen Freundschaft ein gutes Handtwerch» lernen zu lassen. Das Kapital ist inzwischen auf unter fünftausend Franken gesunken. Deshalb sollen nicht allein die Zinsen, sondern das Kapital verwendet werden können.