Dank 15 Richtigen nach Kroatien

Wenn Plastikscheibchen auf Karten über Ferienpläne entscheiden, wird Lotto gespielt. Am Waldkircher Lottomatch haben 350 Spieler aufs grosse Glück gehofft.

Dominik Bärlocher
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Heisse Diskussion: Am Kartentisch werden Lotto-Strategien diskutiert. (Bild: Dominik Bärlocher)

Heisse Diskussion: Am Kartentisch werden Lotto-Strategien diskutiert. (Bild: Dominik Bärlocher)

Waldkirch. Eine Stunde vor Spielbeginn trifft Werner Lutz am Lottomatch im Waldkircher Oberstufenzentrum Bünt ein. Am Tisch A6 – den Platz hat er im Vorfeld reserviert – spielte er am vergangenen Samstag um Preise. «Meist gehe ich leer aus», sagt er. Aber eben nur meist: In der Vergangenheit hat er unter anderem eine Kutschenfahrt und einen Fernseher gewonnen. Der Mörschwiler ist entspannt und lässt den Abend auf sich zukommen. Ein System, nach dem er die Lotto-Karten aussucht, hat er nicht.

Doch andere Spieler sprechen sich untereinander ab und wählen ihre Karten bewusst.

Lange Sekunden zum Glück

Die Sekunden ziehen sich in die Länge, fühlen sich wie Minuten an. Wo vor kurzem noch freundlich geplaudert wurde, herrscht jetzt Stille. Gebannt warten die rund 350 Spieler in der Halle auf die Stimme aus dem Lautsprecher, die kurz eine Zahl nennt, nur um dann wieder für weitere, lange Sekunden zu schweigen.

«Null Sieben», sagt die Stimme, die einem Mitglied des Feuerwehrvereins Waldkirch Bernhardzell gehört, und eine Frau ruft «Lotto». Sie ist soeben Besitzerin eines neuen knallroten Mountainbikes geworden.

Doch ist das neue Velo nicht der grösste Preis am Samstagabend. Als grosser Preis winken den Spielern Ferien in Kroatien im Wert von 1600 Franken.

Alles, was die Teilnehmer dafür tun müssen, ist im richtigen Moment 15 Zahlen auf einem Kärtchen mit Plastikscheibchen abgedeckt zu haben.

Keine Reise gewonnen

An diesem Abend wird Werner Lutz aber glücklos bleiben. Als der Match nach viereinhalb Stunden endet, führt die einzige Reise nach Hause nach Mörschwil und nicht nach Kroatien. Er nimmt die Niederlage mit Humor: «Dann muss ich meine Ferien halt selbst bezahlen.»