Damit sich alle heimisch fühlen

Dreissig friedenspolitische und kirchliche Organisationen laden dazu ein, am Ostermontag darüber nachzudenken, wie aus Fremden Einheimische werden können. Sie weisen auf verschiedene positive Entwicklungsbeispiele hin.

Peter Beerli
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Ostermarsch im vergangenen Jahr. (Bild: zVg)

Ostermarsch im vergangenen Jahr. (Bild: zVg)

rorschach. Einst riefen deutsche, österreichische und schweizerische Friedensgruppen an Ostermärschen am Bodensee gegen Atomwaffen auf. Diese Kundgebungen entwickelten sich in den letzten Jahren zu auf neue Ziele hin gerichtete Friedenswegen. Eine von Arne Engeli geleitete Spurgruppe hat auch für dieses Jahr einen solchen, sechs Stationen umfassenden Weg geplant und unter das Thema «Fremde werden Einheimische» gestellt. Unter den dreissig Gruppen, welche dazu einladen, sind auch die evangelisch-reformierten und römisch-katholischen Kirchgemeinden von Rorschach und Goldach. Rorschach, wo 46 Prozent der Einwohner ausländischer Nationalität sind, drängte sich geradezu als Austragungsort auf. Hier kann man auf verschiedene Beispiele positiver Entwicklung hinweisen.

Erfahrungen vor Ort

Vor Ort gewonnene Erfahrungen bleiben besonders eindrücklich haften. Darum erinnert der Historiker Louis Specker bei der «Feldmühle» daran, wie einst Arbeitskräfte zu Hunderten aus dem Ausland geholt wurden. Auch Rosa Maria Frei-Simon, die damals siebzehnjährig aus Spanien kam, wird sich im Laufe des Nachmittags zu Wort melden. Das Pestalozzi-Schulhaus, wo Schulpräsident Guido Etterlin spricht, hat sich von der einst gefürchteten zur beispielhaft multikulturellen Bildungsstätte entwickelt. Kindergärtnerin Mirjam Dolci hatte die Quartierarbeit im Wiesental in Rorschacherberg initiiert, welche 2010 mit dem St. Galler Integrationspreis ausgezeichnet wurde. Anna Dietsche wird zusammen mit Bewohnerinnen und Bewohnern auf Spuren hinweisen, welche sich im Projet Urbain entwickeln. Nach dem Picknick beim Arion am See weist Pfarrer Walter Frei bei der Kolumbanskirche darauf hin, wie der Bodensee eine Brücke für Zuwanderer und den Handel wurde. In der evangelischen Kirche ergreifen ab etwa 15.15 Uhr Nationalrat Paul Rechsteiner, der Politologe Vica Mitrovic und Pfarrer Andreas Nufer vom Solidaritätsnetz Ostschweiz das Wort. Sie werden auch an die aktuelle Lage in Nordafrika und in Japan denken.

Eine Erklärung fassen

Hier soll eine «Rorschacher Erklärung» gefasst werden, welche zur Weiterführung des 2003 entstandenen «Leitbildes zum Zusammenleben in der Stadt Rorschach» anregen könnte. Karin Jana Beck und die Gruppe Stimmvolk werden die Teilnehmenden zum Singen eingängiger Friedens- und Volkslieder aus verschiedenen Kulturen anleiten.

Treffpunkt: Ostermontag, 9.45 Uhr, beim Bahnhof Rorschach-Stadt. Genaue Programme erhältlich unter: www.sos.org.