Damit die Welt und die Kirche bunter werden

RORSCHACH. Ein Fasnachtsgottesdienst mit Guggen? Das würde wohl sehr laut werden, fürchtete am Sonntagmorgen eine Gottesdienstbesucherin auf dem Weg zur katholischen Kolumbanskirche. Die Frau bangte umsonst.

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RORSCHACH. Ein Fasnachtsgottesdienst mit Guggen? Das würde wohl sehr laut werden, fürchtete am Sonntagmorgen eine Gottesdienstbesucherin auf dem Weg zur katholischen Kolumbanskirche. Die Frau bangte umsonst. Die einheimische Integrations-Gugge Wasserflööh von VGB-insieme ist als eine sanft auftretende Gruppe bekannt, welche mehr Wert auf schöne Klänge als auf lärmiges Getue legt. Sie gab dem von Adriana Fässler und Roman Rieger geleiteten Gottesdienst ein ganz besonderes Gepräge.

Menschen, die in anderen Farben als sonst auftraten, Musik spielten, welche man in der Kirche normalerweise nicht gewohnt ist, wurden zum Zeichen für die Vielseitigkeit der Geschöpfe Gottes. Wenn sich Menschen einander in ihrer Einzigartigkeit akzeptierten, hälfen sie mit, die Gesellschaft und die Kirche bunter zu gestalten, machten sie sie auch friedlicher, sagten die Pastoralassistenten. Die «Geschichte von Jakob, dem Gaukler» und die Bilder dazu zeigten noch intensiver, dass Gotteslob auf ganz unterschiedliche Weise geschehen kann: im Gebet und in der Stille der Mönche bis hin zu den Sprüngen und Purzelbäumen des Gauklers, welcher seine Freude nicht anders als so zum Ausdruck zu bringen vermag.

Kinder und Erwachsene versuchten schliesslich spontan, einigen der Guggen Töne zu entlocken und schlugen mit Rhythmusinstrumenten den Takt dazu. Sie zierten den Altar, an welchem das Brot des Lebens geteilt wurde, mit Girlanden, Papierschlangen und Ballonen. Dann begab man sich in den für viele wohl lärmigeren Teil des trotz Sonnenscheins sehr kalten Februartages hinaus. (pb.)