DACHSTOCKBRAND: Grosseinsatz für die Feuerwehr

Ein Einsatz beim Spisertor hat sich gestern für die Feuerwehr heikel gestaltet. Es bestand die Gefahr des Übergreifens der Flammen auf benachbarte Häuser. Zudem wurde der Verkehr stark behindert.

Daniel Walt, Reto Voneschen
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Brandplatz an der Linsebühlstrasse: Beim Dachstockbrand standen gestern über 70 Angehörige der Berufs- und der Milizfeuerwehr im Einsatz. (Bilder: Urs Bucher)

Brandplatz an der Linsebühlstrasse: Beim Dachstockbrand standen gestern über 70 Angehörige der Berufs- und der Milizfeuerwehr im Einsatz. (Bilder: Urs Bucher)

Daniel Walt, Reto Voneschen

stadtredaktion@tagblatt.ch

Kurz nach 10.15 Uhr ist gestern Dienstag in einem Mehrfamilienhaus in der Nähe des Spisertors ein Feuer ausgebrochen. Beim Eintreffen der Feuerwehr schlugen bei starker Rauchentwicklung Flammen aus dem Dach der Liegenschaft. Aufgrund dieser Ausgangsla­ge und auch aufgrund der baulichen Situation der Häuserzeile zwischen Linsebühl- und Lämmlisbrunnenstrasse sei die Alarmstufe sofort erhöht und seien weitere Einsatzkräfte angefordert worden. Schliesslich hätten 70 bis 80 Angehörige der Berufs- und der Milizfeuerwehr auf dem Brandplatz gearbeitet, schilderte Feuerwehroffizier Jascha Müller den Einsatz.

Dem Feuer rasch von allen Seiten zu Leibe gerückt

Der erste «Angriff» auf den Brandherd erfolgte gemäss Müller mit der Autodrehleiter von der Lämmlisbrunnenstrasse her. Andere Feuerwehrleute drangen durchs Treppenhaus an der Linsebühlstrasse zum Brandherd vor. Nachdem die Fahrleitung der Trogenerbahn ausgeschaltet worden sei, habe man das Feuer dann auch noch vom Hubretter aus von der Linsebühlstrasse her bekämpfen können.

Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf die umliegenden Häuser verhindern. Vor allem das Gebäude auf der Westseite der Brandliegenschaft sei gefährdet gewesen, sagte Müller. Er lobte den Einsatz seiner Leute: Es habe alles wie am Schnürchen geklappt. Darum habe man die Flammen relativ rasch unter Kontrolle gehabt und Schlimmeres verhüten können.

Das Haus Linsebühlstrasse 13/Lämmlisbrunnenstrasse 12 wurde durch den Brand erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Die Kantonspolizei veranschlagt die Schadenssumme auf weit über 100000 Franken. Die Liegenschaft wird derzeit umgebaut. Ob der Brand einen Zusammenhang mit diesen Arbeiten hat, wird jetzt vom Kriminaltechnischen Dienst der Kantonspolizei abgeklärt. Verletzt wurde beim Brand niemand: Mieter wie auch Arbeiter konnten sich selber in Sicherheit bringen.

Strassen gesperrt, Trogenerbahn ohne Strom

Durch den Brand in der Nähe des Spisertors kam es allerdings zu erheblichen Behinderungen im Mittagsverkehr. Linsebühl- und Lämmlisbrunnenstrasse mussten für den Verkehr gesperrt werden. Während die Linsebühlstrasse nach Angaben eines Sprechers der Stadtpolizei gegen 13.30 Uhr wieder freigegeben werden konnte, ist die Lämmlisbrunnen­strasse zwischen Spisertor und Unterer Büschenstrasse für voraussichtlich zwei Tage während Arbeiten am ausgebrannten Dachstock nicht passierbar.

Auch die Trogenerbahn konnte bis 13.40 Uhr die Brandstelle an der Linsebühlstrasse nicht mehr passieren. Weil der Strom der Fahrleitung abgestellt werden musste, blieb eine Zugskomposition am Burggraben stecken und blockierte dort Privatparkplätze. Der Betrieb zwischen Gaiserbahnhof und Notkersegg wurde über Mittag mit Ersatzbussen, die via Wildeggstrasse verkehrten, aufrechterhalten. Es sei erstaunlicherweise zu keinen grossen Verspätungen gekommen, sagte Alexander Liniger, Sprecher der Appenzeller Bahnen, gestern auf Anfrage.

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