CVP will mit Ammann in den Ständerat

GOSSAU. «Wir greifen auf jeden Fall an». Dies hatte Patrick Dürr nach seiner Wahl zum Präsidenten der St.Galler CVP gesagt. Gestern abend machte er klar, mit wem die Partei ihren vor vier Jahren verlorenen Ständeratssitz zurückgewinnen will – mit Thomas Ammann.

Regula Weik
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Die CVP will mit dem Rüthner Gemeindepräsidenten Thomas Ammann in Ständerat. (Bild: Ralph Ribi)

Die CVP will mit dem Rüthner Gemeindepräsidenten Thomas Ammann in Ständerat. (Bild: Ralph Ribi)

«Ich bin politisch erfahren, konzentriere mich aufs Wesentliche, handle weitsichtig und konstruktiv.» So schreibt Thomas Ammann auf seiner Homepage. Das scheint auch der Parteivorstand der St.?Galler CVP so zu sehen; er will mit Ammann im kommenden Herbst in den Ständeratswahlkampf steigen. Mit dem Gemeindepräsidenten von Rüthi – Ammann steht der Gemeinde seit 17 Jahren vor – und Fraktionschef im Kantonsparlament will die Partei in die Kleine Kammer in Bern zurückkehren – und den in den letzten Wahlen schmerzlich verlorenen Sitz zurückerobern.

Es wird kein einfaches Unterfangen sein, einen Bisherigen aus dem Sessel zu kippen – erst recht nicht, wenn diese Karin Keller-Sutter und Paul Rechsteiner heissen. Parteipräsident Dürr weiss darum. Doch er mag nicht länger zurückschauen. «Wir konzentrieren uns auf 2015», sagt er.

«Reelle Chance»
Weshalb ist Thomas Ammann die richtige Person für diese Herausforderung? «Er ist zielorientiert, bodenständig und einsatzbereit. Er wirkt integrierend und geniesst über die Parteigrenze hinaus grosse Anerkennung», lobt Präsident Dürr. Und: Ammann habe ein «Gspüri» für politisch Machbares. Dürr ist denn auch überzeugt: «Mit Thomas Ammann haben wir eine reelle Chance, zu reüssieren.»
Der spontane Applaus der Delegierten gestern abend in Gossau scheint Dürr recht zu geben, mit Ammann eine gute «Wahl» getroffen zu haben. Offiziell nominiert wird der Rüthner an der der nächsten Parteiversammlung. Ammann gehört seit 2000 dem Kantonsparlament an, seit 2011 leitet er die Fraktion. Es sei nicht zuletzt Ammanns Verdienst, dass die Fraktion heute geschlossener auftrete als auch schon, attestierte ihm gestern abend ein Parlamentskollege. Als Beispiel erwähnte er die Spitalvorlagen.

Schon einmal im Gespräch
Es ist nicht das erste Mal, dass Ammann im Zusammenhang mit einer Ständeratskandidatur genannt wird. Bereits vor vier Jahren war – nach dem Rückzug von Eugen David nach dem ersten Wahlgang – gemunkelt worden, der 50-Jährige gehöre zum engsten Kandidatenkreis. Damals setzte die Partei auf den St.?Galler Anwalt Matthias Hüppi – und scheiterte.

Der Sog von Bern
Vor vier Jahren hatte Ammann für den Nationalrat kandidiert – und den Sprung nach Bern knapp verpasst. Er hatte hinter den gewählten Lucrezia Meier-Schatz, Jakob Büchler und Markus Ritter parteiintern das viertbeste Resultat erzielt. Und so überraschte nicht, dass nach der Ankündigung von Lucrezia Meier-Schatz, bei den nationalen Wahlen 2015 nicht mehr anzutreten, sehr rasch Ammann als aussichtsreicher Kandidat genannt wurde.

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