CVP mit nur noch einer Liste

Delegierte der CVP-Kreispartei haben sich in Wittenbach getroffen. Sie beschlossen, bei den Kantonsratswahlen nur noch mit einer Liste anzutreten.

Sebastian Schneider
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Andreas Schweiss Präsident CVP St. Gallen-Gossau (Bild: pd)

Andreas Schweiss Präsident CVP St. Gallen-Gossau (Bild: pd)

WITTENBACH. Die CVP-Kreispartei St. Gallen-Gossau hat sich in Wittenbach, dem «idealen Wohnort für Familien», zu ihrer Delegiertenversammlung (DV) getroffen. Am Montagabend fanden sich etwas mehr als 30 Delegierte im Werkhofsaal an der Hofenstrasse ein. Die DV stand ganz im Zeichen der kommenden Wahlen: der National- und Ständeratswahlen im Oktober und der Kantons- und Regierungsratswahlen im Februar 2016.

Verluste in der Hochburg

Marlies Lorenz, stellvertretende Gemeindepräsidentin von Wittenbach, rührte bei ihrer Ansprache nicht nur die Werbetrommel für die Gastgebergemeinde, sondern sprach auch die jüngsten Sitzverluste der CVP an, die «wehtun». «Grosse Anstrengungen» seien darum nötig, um in den kommenden Wahlen wieder Sitze zurückzuerobern.

Andreas Schweiss, Präsident der Kreispartei, erwähnte in seinem Jahresbericht eine Studie der ETH Zürich, die die Delegierten wohl etwas positiver stimmte. «Für einmal gebe ich den Zürchern recht», sagte der Präsident. Die ETH-Studie legte nämlich dar, dass die Ostschweiz in den Kantonen St. Gallen und Thurgau nach wie vor eine CVP-Hochburg sei.

Nur noch eine Liste

Die traktandierten, ordentlichen Geschäfte winkten die Delegierten einstimmig durch – auch den Antrag der Wahlkommission zur «Listenstrategie». Diese verlangt, dass die CVP bei den Kantonsratswahlen nur noch mit einer Liste ins Rennen steigt. Den Ortsparteien bleibt nun bis Ende Juni Zeit, Kandidatinnen und Kandidaten für diese Liste vorzuschlagen. Im Vorstand kam es zu einem Wechsel: Marc Weber wurde neu ins Gremium gewählt. Er nimmt den Platz ein von Simon Schneider, der seinen Rücktritt aus beruflichen Gründen gab.

Kandidaten auf dem Prüfstand

Im zweiten Teil der Versammlung wurde politisiert. Die beiden Nationalratskandidaten, Olma-Direktor Nicolo Paganini und Bruno Dammann, Stadtrat in Gossau, konnten sich zu zwei Wahlkampfthemen äussern. Dammann sprach nach einem einleitenden Kurzvortrag vom St. Galler Stadtrat Nino Cozzio über Sozialhilfe, und Nicolo Paganini legte seine Standpunkte nach der Einleitung des Kantonsrats Markus Bollhalder dar. Die Delegierten liessen die Gelegenheit nicht ungenutzt und stellten den Kandidaten kritische Fragen. Diskussionen konnten danach beim Apéro fortgesetzt werden. Eine gute Gelegenheit für Wittenbach, sich von der Schokoladenseite zu zeigen: Es gab Weisswein vom Schloss Dottenwil und Käse von der Säntis-Käserei Linden.

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