CVP mit motiviertem Duo

Die CVP tritt zu den Regierungsratswahlen vom 28. Februar mit dem Bisherigen Beni Würth und dem Neuen Bruno Damann an. Gestern Montag eröffnete das Duo seinen Wahlkampf.

Margrith Widmer
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Kandidieren am 28. Februar für die CVP-Sitze in der Kantonsregierung (von links): Bruno Dammann und Regierungspräsident Benedikt Würth. (Bild: Ralph Ribi)

Kandidieren am 28. Februar für die CVP-Sitze in der Kantonsregierung (von links): Bruno Dammann und Regierungspräsident Benedikt Würth. (Bild: Ralph Ribi)

Auf dem Programm von Regierungspräsident Beni Würth und Arzt sowie Stadtrat Bruno Damann steht eine Tournée durch den Ringkanton St. Gallen. Nächste Stationen für Pressekonferenzen sind Sargans und Rapperswil. Gestartet wurde gestern im Gebäude des KV Ost hinter dem St. Galler Hauptbahnhof. Mit Ausblick auf Lokremise und Schienenstrang.

Zweiten CVP-Sitz verteidigen

CVP-Kantonalpräsident Patrick Dürr lobte Beni Würths bisherige «phantastische Arbeit» in der Kantonsregierung. Dies unter anderem in den Sektoren Innovation, Verkehr und Jagd. Für die CVP-Findungskommission habe sich Bruno Damann als «absoluter Topkandidat» herauskristallisiert. Er soll am 28. Februar den zweiten CVP-Regierungsratssitz verteidigen. Dieser wird wegen des Rücktritts von Finanzdirektor Martin Gehrer (Abtwil) frei.

Ein Mann des Kantons St. Gallen

Der 58jährige Bruno Damann stellte sich an der gestrigen Medienorientierung als «echter Kantons-St. Galler» vor: Geboren und aufgewachsen ist er in Mörschwil. Seine Mutter stammt aus Mels. Seine Frau ist im Linthgebiet gross geworden. Berufliche Stationen führten den Arzt nach Wil, Rorschach, Flawil und St. Gallen. Heute lebt mit seiner siebenköpfigen Familie in Gossau und leitet als Hausarzt das dortige Ärztehaus.

Sport ist eine der Leidenschaften des neuen CVP-Kandidaten: Er ist Präsident des kantonalen Leichtathletikverbands SGALV, Clubarzt des FC St. Gallen und von Fortitudo Gossau Handball. Daneben präsidiert Bruno Damann auch noch den Gönnerverein des Walter-Zoo.

Auch «mit Biss»

Politisiert worden sei er während seiner Gymnasialzeit im Kollegium Appenzell, erzählte Bruno Damann gestern vor den Medien. Dort habe er die direkte Demokratie an der Landsgemeinde miterlebt. Seit 2012 ist er Kantonsrat, seit 2013 Teilzeit-Stadtrat in Gossau mit dem Ressort «Jugend, Alter, Soziales und Sport». Im Kanton hätten ihn Wirtschafts-, Gesundheits- und Finanzpolitik immer stark interessiert, sagt Damann.

Er sei kein lauter Polterer, räumt er ein. Er werde vielmehr «der kollegiale und verlässliche Regierungsrat sein, der auch gut zuhören kann». Auch wenn er als «moderat» wahrgenommen werde: «Meine Positionen kann ich gut und auch mit viel Ausdauer und Biss vertreten.»

Medical Master in St. Gallen

Der Kanton St. Gallen müsse seine Gesundheitseinrichtungen auf den kommenden tiefgreifenden demographischen Wandel ausrichten, forderte Bruno Damann gestern vor den Medien. Die Ostschweiz müsse als wichtiger Player im nationalen Gesundheitsmarkt positioniert werden: Der Medical Master sei dafür ein guter Ansatz. Es sei nötig, dafür einen starken Kooperationspartner ins Boot zu holen – etwa die ETH Zürich.

Entscheidend sei aber auch eine klare Konzentration auf die Hausarztmedizin und genügend klinische Ausbildungsplätze. Es brauche ein Förderprogramm für die Hausarztmedizin. Ziel sei, Interessenten nach Abschluss der Ausbildung als Grundversorger zu gewinnen und Versorgungslücken zu verkleinern. «Der Kanton St. Gallen hat grosses Potenzial, das aber noch mehr gefördert werden muss», sagt Bruno Damann.

Kanton besser positionieren

Vielfalt als Stärke, so Regierungsrat Beni Würth, sei die Leitlinie des Schwerpunktprogramms der St. Galler Regierung. «Wir müssen aber unseren Kanton auch besser positionieren», forderte er. Die Expo Bodensee-Ostschweiz sei dafür die grosse Chance. Sie sorge dafür, dass die Scheinwerfer während Jahren auf die Region gerichtet seien. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit sei von elementarer Bedeutung, betont Würth. Die wirtschaftliche Entwicklung im Raum Rheintal, Vorarlberg und Lichtenstein zeige dies eindrücklich. Und im Verkehr bleibe auch noch viel zu tun: In St. Gallen, Gossau, Wil, Uznach, Rapperswil-Jona, Diepoldsau und Rorschach/Goldach brauche es dringend Verkehrsentlastungen.

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