CUP: Ein schlagkräftiger Trainer

Am Sonntag um 14 Uhr treffen die 2.-Liga-Volleyballer des STV St. Gallen in der alten Kreuzbleiche auf den NLB-Vertreter aus Laufen. Als Spielertrainer steht der ehemalige Profi Adrian Schläpfer im Einsatz.

Ives Bruggmann
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Adrian Schläpfer ist Trainer und Spieler in einer Person beim STV St. Gallen. (Bild: Sabrina Stübi)

Adrian Schläpfer ist Trainer und Spieler in einer Person beim STV St. Gallen. (Bild: Sabrina Stübi)

Ives Bruggmann

sport@tagblatt.ch

Adrian Schläpfer hat im Volleyballsport in der Schweiz alles erreicht, was es zu erreichen gibt. Der im ausserrhodischen Stein aufgewachsene Schläpfer spielte als Aussenangreifer in Amriswil. Dort wurde er nicht nur Schweizer Meister und Cupsieger, sondern avancierte auch zum Nationalspieler.

Nun spielt Schläpfer also im Alter von 30 Jahren als Spielertrainer beim STV St. Gallen in der 2. Liga. Wie kam das? 2014 beendete der 1,90-m-Mann sein Studium. Bewusst entschied er sich danach, voll ins Berufsleben als Maschinenbauingenieur einzusteigen und seine Karriere als Spitzenvolleyballer bei Amriswil zu beenden. Nach der Zwischenstation Appenzell entschloss sich der in Gossau wohnhafte Schläpfer, auf diese Saison hin das 2.-Liga-Team des STV St. Gallen als Trainer zu übernehmen – und weiterhin als Spieler auf dem Platz zu stehen.

Noch immer unbesiegt

Seit Schläpfer in St. Gallen tätig ist, hat die Mannschaft alle ­Spiele gewonnen. In der Meisterschaft resultierten fünf Siege aus fünf Spielen, dazu kommen vier Erfolge im Cup. Schon vor der Saison war es das Ziel des Vereins, in die 1. Liga aufzusteigen. «Das war ein ausschlaggebender Grund, dass ich mich für St. Gallen entschieden habe», sagt Schläpfer, der in St. Gallen seine erste Stelle als Übungsleiter antritt. Als Trainer kann der ehemalige Spitzenvolleyballer viel Wissen weitergeben. «Ich hatte das Glück, dass ich unter vielen guten Trainern arbeiten durfte», sagt er. Er habe als Trainer jedoch seine eigenen Vorstellungen, was Taktik und Technik anbelangt. «Auf diese zwei Bereiche lege ich sehr viel Wert.» Für ihn ist es eine Genugtuung, wenn er Spieler, auch wenn sie schon viele Jahre im Volleyball verbrachten, durch seine Tipps besser machen kann. «Das bereitet mir viel Freude.»

Der Volleyball im Amateurbereich sei nur schwer zu vergleichen mit jenem im Spitzenbereich. «In der NLA war ich angestellt und musste abliefern», sagt Schläpfer. Für den grossen Aufwand, den er betrieb, wurde er jedoch nicht nur finanziell entschädigt. «Die drei Universiaden mit der Nationalmannschaft waren meine Höhepunkte.» Zudem spielte er mit Amriswil gegen die Italiener aus Cuneo, die damals eine der besten Mannschaften in Europa stellten.

Potenzial für 1. Liga ist da

Im Breitensport ist Schläpfer mit ebenso viel Leidenschaft dabei. «Ich freue mich über andere, kleinere Dinge.» Derzeit gibt es für ihn aufgrund der Siegesserie wenig Gründe, um betrübt zu sein. Er hofft jedoch, dass auch wieder vermehrt Junioren den Sprung in die erste Mannschaft schaffen. Ansonsten sieht er in St. Gallen und in seinem Team genügend Potenzial, um in die 1. Liga aufzusteigen. Er ist gar überzeugt: «Es liegt an uns, ob wir aufsteigen.» Wichtig sei, wie das Team reagiere, wenn es erstmals verliere.

Nach dem Meisterschaftsspiel von morgen gegen Bütschwil sind die St. Galler im Cup gegen den NLB-Club Laufen erstmals seit langem wieder Aussenseiter. Schläpfer gibt sich gegen den zwei Ligen höher klassierten Kontrahenten noch nicht geschlagen. Im Gegenteil. «Eine Chance ist immer da.»