Corinne Bromundt ist die neue Ehrenfödlebürgerin von St.Gallen

ST.GALLEN. Mit Corinne Bromundt wurde nach 13 Jahren erstmals wieder eine Frau in den erlauchten Kreis der Ehrenfödlebürger aufgenommen. Die Konfettikanone schoss der Illustratorin und Karikaturistin die letzten Reste von Spiessbürgertum aus dem Leib.

Lea Müller
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Ehrenfödlbürgerin Corinne Bromundt steht auf der Bühne. (Bild: Luca Linder)

Ehrenfödlbürgerin Corinne Bromundt steht auf der Bühne. (Bild: Luca Linder)

Peter Stössel (ganz links) applaudiert Corinne Bromundt, während verkleidete Hexen auf der Bühne tanzen. (Bild: Luca Linder)
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Und Schuss - die Konfettis fliegen aus der Kanone! (Bild: Luca Linder)
Ehrenfödlebürgerin Corinne Bromundt. Die Rheintalerin ist Illustratorin und Karikaturistin. (Bild: Luca Linder)
Ehrenfödlebürgerin Corinne Bromundt steht auf der Bühne im Konfetti-Regen. (Bild: Luca Linder)
Stadtpräsident Thomas Scheitlin grüsst von der Konfettikanone. (Bild: Luca Linder)
Ehrenfödlebürgerin Corinne Bromundt steht auf der Bühne neben Malcolm Green. (Bild: Luca Linder)
Als Teufel verkleidete Helfer bedienen die Konfettikanone. (Bild: Luca Linder)
Als Teufel verkleidete Helfer bedienen die Konfettikanone. (Bild: Luca Linder)
Die Ehrenfödlebürgerin wird mit Konfettis eingedeckt. (Bild: Luca Linder)
Ein Teufel beim Föbü-Verschuss. (Bild: Luca Linder)
Die Konfettikanone beim Vadian-Denkmal. (Bild: Luca Linder)
Corinne Bromundt steht vor der Konfettikanone. (Bild: Luca Linder)
Die Konfettikanone ist bereit. (Bild: Luca Linder)
Die Konfettikanone wird bereitgemacht. (Bild: Luca Linder)
Corinne Bromundt steht vor der Konfettikanone. (Bild: Luca Linder)

Peter Stössel (ganz links) applaudiert Corinne Bromundt, während verkleidete Hexen auf der Bühne tanzen. (Bild: Luca Linder)

Den wohl schrägsten St. Galler Ehrentitel erhält nur, wer „Födle, Herz und Humor“ bewiesen hat. Corinne Bromundt erfüllt die Auswahlkriterien der Ehren-Föbüs und Ehren-Föbinen: Sie habe keine Hemmungen vor dem Establishment der Stadt, hiess es in der Anklage. Mit Biss und Humor spiegle sie das Stadtgeschehen jeden Samstag mit ihrem „St.Galler Bär“ und bringe die Leserinnen und Leser des St. Galler Tagblatts zum Schmunzeln. Darum musste die Illustratorin am Samstagabend vor die Konfettikanone.

Drei Wünsche für die Stadt

Hunderte Schaulustige versammelten sich zum Höhepunkt der städtischen Fasnacht beim Vadian-Denkmal, wo die Konfettikanone bereits knatterte und rauchte. Bevor Corinne Bromundt aber mit einer geballten Ladung Konfetti in den Ehren-Föbü-Himmel befördert wurde, durfte sie – so will es die Tradition – drei Wünsche äussern.

Die neue Föbine wünschte sich erstens, dass die Konfettikanone vor dem Vadian-Denkmal stehen bleibt – „als Waffe gegen die Phantasielosigkeit“. Schlecht für die Phantasie sind ihrer Meinung nach auch zu viel Ordnung und Sauberkeit. Sie plädierte deshalb für ein weniger sauberes St.Gallen mit mehr Zauber. Und drittens wünscht sich Corinne Bromundt, dass der Esprit der Konfettikanone auch in die Entscheidungen einfliesst, die das Jahr hindurch gefällt werden.

Über 500 Bären gezeichnet
Corinne Bromundt, Jahrgang 1968, ist Illustratorin und Karikaturistin. Seit über zehn Jahren zeichnet sie für den Stadtteil des St.Galler Tagblatts den „St.Galler Bär“, der jeden Samstag das Geschehen in der Stadt bissig-ironisch kommentiert. Im vergangenen Sommer erschien bereits der 500. Bär. Corinne Bromundt schloss in St.Gallen die Fachklasse für Grafik ab und arbeitete in Zürich, bevor sie sich 1995 selbständig machte.

Zu den Vorgängern der neuen Ehren-Föbine zählen etwa der ehemalige Springreiter Markus Fuchs, der verstorbene ehemalige Stadtpräsident Heinz Christen, der ehemalige Radrennfahrer Beat Breu, Moderator Walter Eggenberger und die Schauspielerin Regine Weingart. Zum Ehren-Föbü-Kreis gehören nun acht Frauen und 33 Männer.